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Wall Street: Renaissance der Aktie

von Andreas Henry (New York)

Die Rezession in Amerika ist wohl vorüber, verkünden die US-Statistiker. Doch wie lange kann die Welle der Erleichterung die Aktienkurse noch weiter nach oben tragen? Ein Kommentar von WirtschaftsWoche-Korrespondent Andreas Henry aus New York.

Wann kommt sie denn nun endlich, die überfällige Korrektur? Überfällig zumindest in den Augen der Investoren, die die Börsen-Rally der vergangenen Monate, auf einem Haufen Cash sitzend, komplett verpasst haben. Seit dem Tief vom März legte der Dow Jones fast 50 Prozent zu. „Die Korrektur kommt genau fünf Minuten, nachdem der letzte Zauderer sich entschlossen hat, doch noch auf den fahrenden Zug aufzuspringen“, spottet ein Wall-Street-Broker über die vielen Skeptiker, denen bisher nicht einmal der gefürchtete Börsenmonat September den Gefallen getan hat, einen Einbruch zu produzieren.

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Dass immer noch zahlreiche Finanzgurus vorsichtig sind, ist eigentlich ein positives Zeichen. Viele Investoren haben in den vergangenen Wochen zwar wieder mehr Aktien gekauft, doch die Gewichtung von Aktien in ihren Portfolios nähert sich dadurch bestenfalls wieder dem Normalniveau. Je länger die Kurse steigen, desto stärker wird für sie der Druck und umso größer die Versuchung, wieder mehr in Aktien anzulegen. In Geldmarktfonds parken in den USA noch immer rund 3,5 Billionen Dollar fast zu Nullzinsen, praktisch genauso viel wie vor einem Jahr, als nach der Lehman-Pleite die Welt unterzugehen drohte. Langfristig orientierte Anleger steckten im August immer noch rund 20-mal mehr Geld in US-Anleihefonds als in Aktienfonds. Es kaufen vor allem Day-Trader, Eigenhändler von Banken und Hedgefonds.

Hausse kann als Renaissance der Aktie gedeutet werden

Die aktuelle Hausse kann auch als Renaissance der Aktie gedeutet werden. Denn die Enttäuschung vieler Anleger über alternative Anlagen, die im vergangenen Jahrzehnt sehr populär geworden waren, ist groß. Ob Derivate, Zertifikate, Hybridanleihen oder andere komplexe Innovationen, mit denen die Banken die Depots ihrer Kunden verstopften – vieles davon wurde ausgeknockt, abgeschrieben und mit Verlust ausgebucht. Da scheint der profane Unternehmensanteil wieder attraktiv, zumal die Aktiendividende bei starken Spielern sogar höher ausfällt als momentan erzielbare Festgeldzinsen.

Die Aktie ist aber auch deshalb wieder in, weil sie schnell liquidierbar ist. Für viele Investoren war es ein traumatisches Erlebnis, als sie während der Finanzkrise plötzlich auf nicht mehr handelbaren Papieren saßen. Das bedeutet aber auch: Die kurzfristig orientierten Anleger, die aktuell die Kurse treiben, können genauso schnell wieder verschwinden, wie sie aufgetaucht waren.

7 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 24.09.2009, 18:02 UhrAnonymer Benutzer: butch cassidy

    aktien only and for ever!! - außer anleihen und versicherungen sollte
    sich ein privatmann nichts ins depot legen.
    (alles andere sind synthetische konstrukte und die sind nur um der
    profite der banken entstanden...)

  • 22.09.2009, 21:17 UhrAnonymer Benutzer: Das Kapital

    in Aktien investieren heißt;
    sich seriös an einem Unternehmen zu beteiligen um für das Wohl des Unternehmens und deren Mitarbeiter Sorge zu tragen. Nicht um zu spekulieren. Ein Restrisiko bleibt bei allen Unternehmern immer!

    Also wohin mit dem Kapital ? investieren !

  • 22.09.2009, 17:05 UhrAnonymer Benutzer: Kurt

    Das ganz große Problem bei den derzeitigen Aktienkursen ist aus meiner Sicht das vom Staat pervers billig zur Verfügung gestellte Geld. Denn unter normalen Umständen müssten die Kurse fallen weil die Lage nicht wirklich so gut ist wie auf den Aktienmärkten. Wenn einige Großanleger aber mit Krediten zu 0 - 1% zocken können, wird das halt gemacht. irgendwo muss die Knete ja hin. Und wer zuerst errät ob und wann der Staat die Geldmenge wieder reduziert, gewinnt den Jackpot.

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