Wegen Finanzkrise: BaFin drängt Banken zur Verbesserung des Risikomanagements

Wegen Finanzkrise: BaFin drängt Banken zur Verbesserung des Risikomanagements

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Jochen Sanio, Praesident der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin)

Die Finanzkrise hat machte für viele Banken Milliarden-Abschreibungen notwendig. Nun drängt die BaFin die Finanzbranche zu einem schärferen Risikomanagement. Die Frühwarnsysteme müssten deutlich ausgebaut werden, so die BaFin - und das werde künftig stärker kontrolliert.

Als Konsequenz aus der Kapitalmarktkrise hat die Finanzaufsicht BaFin deutlich schärfere Risikomaßnahmen bei Banken gefordert. „Die Institute müssen ihre Risikomanagementsysteme so ausrüsten, dass sie es rechtzeitig erkennen, wenn externe Situationen herannahen, und so handlungsfähig wie möglich bleiben, wenn diese eingetreten sind“, sagte BaFin-Chef Jochen Sanio gestern.

Die Behörde werde hart daran arbeiten und den betroffenen Banken „entscheidende Leistungssteigerungen abverlangen“. Nur Banken mit entsprechender Expertise und entsprechendem Risikomanagement könnten sich Ausflüge in fremde Märkte leisten. Der Chef der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) drängte auf dem Neujahrsempfang der Behörde auf „solide und widerstandsfähige Eigenkapitalstandards“. Die seit Jahresbeginn geltenden Basel-II-Standards könnten diese Aufgaben grundsätzlich erfüllen. Sie müssten aber den Marktentwicklungen laufend angepasst werden. „Dabei gilt es vor allem perverse Anreizstrukturen zu vermeiden oder auszumerzen.“

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Neue Kontrollstrukturen

Nach Ansicht von Sanio nach sind zudem Kontrollstrukturen nötig, die das internationale Finanzsystem beherrschbar machten. „Wenn eine anlaufende Kettenreaktion nicht rechtzeitig unter Kontrolle gebracht wird, kann es schnell zur Katastrophe für das Gesamtsystem kommen“, sagte er. Die BaFin müsse die Zusammenarbeit mit ausländischen Kollegen deshalb intensivieren. Er erwähnte ausdrücklich die New Yorker Aufsicht, die die Kontrolle über die schwer angeschlagenen Kreditversicherer hat.

Er sei sicher, dass sich die USA „zu einer engeren Kooperation mit ihren ausländischen Aufsichtspartnern bereitfinden werden.“ Die „Monoliner“ genannten Kreditversicherer garantieren die Zins- und Rückzahlung von Anleihen und sind im Zuge der Krise schwer unter Druck geraten. Sanio warnte auch vor den Auswirkungen der Finanzkrise auf Versicherer. „Versicherer investieren nicht in einem Vakuum, und so sind auch bei ihnen strukturierte Produkte gelandet.“ Sie seien „Ansteckungsgefahren ausgesetzt - etwa dann, wenn in dem Verbund eine Bank ein SIV oder Conduit unterhält“.

Noch seien die finanziellen Folgen der Krise auf die Assekuranz aber begrenzt. Im Unterschied zu Banken sind Versicherer bisher weitgehend glimpflich davongekommen. Das gilt auch für die Allianz, deren Tochter Dresdner Bank allerdings ein milliardenschweres Investmentvehikel verwaltet.

Deutsche Bank baut Investmentbanking-Stellen ab

Die Deutsche Bank baut nach der weltweiten Finanzmarktkrise Stellen im Bereich Investmentbanking ab. Deutsche Bank-Unternehmenssprecher Ronald Weichert sagte gestern, es handele sich um weniger als 300 Arbeitsplätze im Kapitalmarktbereich Global Markets. Er bestätigte damit auf Anfrage im Wesentlichen eine Meldung des „Handelsblatts". Danach handelt es sich um insgesamt 270 Stellen.

Sie fallen vor allem in New York und London weg, wo die Deutsche Bank in diesem Bereich personell am stärksten aufgestellt ist. Weichert wies darauf hin, dass das Geldinstitut weltweit insgesamt rund 13.000 Mitarbeiter im Investmentbanking beschäftigt. Somit handele es sich also um eine vergleichsweise kleine Zahl wegfallender Stellen.

Er begründete den Abbau mit der Konzentration der Deutschen Bank auf auf wachstumsträchtige Bereiche. Weichert bestätigte, dass Deutschland kaum betroffen sei.

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