Wertpapierdepot: Zweitdepot gegen Abgeltungssteuer

Wertpapierdepot: Zweitdepot gegen Abgeltungssteuer

Bild vergrößern

Seit dem 1. Januar 2009 gilt die Abgeltungsteuer

Mit einem zweiten Depot für Geldanlagen wie Aktien, fonds, Zertifikate oder Anleihen kann zumindest für länger gehaltene Wertpapiere die Abgeltungssteuer vermieden werden. Hier steht, wie es geht..

Seit dem 1. Januar 2009 ist sie in Kraft – die pauschale Abgeltungsteuer auf alle Kapitalerträge wie Kursgewinne, Zinsen, Dividenden. 25 Prozent der Kursgewinne oder Zinserträge (jenseits des Freibetrages von 801 Euro/1602 für Ehepaare) gehen von jetzt an pauschal an den Fiskus – zuzüglich Soli und Kirchensteuer können daraus im ungünstigsten Fall 28,4 Prozent der Erträge einkassiert werden.

Allerdings gilt für alle Aktien, Fonds, Zertifikate oder Anleihen, die vor dem 1. Januar 2009 gekauft wurden, noch das alte Steuerrecht, einschließlich der alten Spekulationsfrist von zwölf Monaten. Das bedeutet: Hatte der Anleger sie nach dem Kauf länger als ein Jahr in seinem Depot liegen, so sind die Kursgewinne nun letztmalig steuerfrei.

Anzeige

Für viele Inhaber von Wertpapierdepots kann es deshalb sinnvoll sein, alte Bestände und seit dem 1. Januar 2009 getätigte Käufe in zwei separaten Depots zu verwahren. Denn das Finanzamt wird künftig bei allen Wertpapier-Verkäufen die sogenannte Fifo-Regel anwenden, von englisch „first in/first out“, deutsch: „zuerst rein/zuerst raus“. Daraus kann ein gravierender Nachteil erwachsen. Beispiel: Ein Anleger hat seit 2004 etwa 2000 Bayer-Aktien im Depot; im Januar 2009 kauft er nun 200 Bayer-Papiere nach. Weil die Kurse sich danach gut entwickelt haben, verkauft er im Sommer 2009 200 Anteile mit Gewinn.

First in, first out

Das Finanzamt geht nun davon aus, dass er 200 von den 2004 gekauften Aktien versilbert hat. Viele langfristig orientierte Anleger wollen aber wahrscheinlich ihre über die Jahre angesammelten steuerfreien Kursgewinne der älteren Aktien weiterlaufen lassen und daher lieber die neuen Papiere verkaufen, um Liquidität zu schaffen oder in andere Titel umzuschichten. Die sind dann zwar abgeltungsteuerpflichtig, die Gewinne der Altbestände aber bleiben verschont.

Das geht aber nur, wenn alte und neue Bestände in separaten Depots liegen. Viele Banken wie Citibank, CortalConsors, Comdirect, ING Diba oder Maxblue bieten das zweite Depot kostenlos an. Bei anderen, wie der DAB Bank oder 1822direkt, genügen meist eine oder zwei Orders pro Quartal, um die Depotgebühren zu sparen.

Meistens müssen Anleger aber selbst aktiv werden und ihre Bank um die Einrichtung eines Zweit- oder Unterdepots bitten; von alleine tun dies nur einige Fondsgesellschaften für Fondsdepots.

Anzeige
Immobilien-Wertfinder:Was Mieten und Kaufen in Ihrer Region kostet
Immobilien-Wertefinder

Mit unserem interaktiven Tool finden Sie Interessierte Mieten und Kaufpreise in ihrem Viertel und ihrer Straße. Mehr...

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%