Wirtschaftstheorie: Physik der Finanzmärkte

Wirtschaftstheorie: Physik der Finanzmärkte

...und Rauschen

Fundamentalwerte und Preise von Wertpapieren können sich massiv unterscheiden. Zwei Faktoren sind dafür verantwortlich: Insider-Informationen und Herdeneffekte. Insider-Wissen ermutigt zu Spekulationen großen Ausmaßes. Dem Insider mit Wissensvorsprung winken risikolose Gewinne. Herdenverhalten wiederum tritt dann auf, wenn eine immer größer werdende Zahl von Marktteilnehmern einen Trend ausmacht, diesem folgt und ihn noch verstärkt.

Hier kommt das physikalische „Rauschen“ in Spiel. Grundsätzlich vermindert Rauschen den Informationsgehalt eines Signals. Rauschen am Finanzmarkt würde dadurch erzeugt, dass ein großer Player – im Idealfall die Zentralbank – rein zufallsgesteuert auf Märkten kauft und verkauft.

Durch Zerstörung von vorhersagbaren Preistrends könnten Insider-Spekulationen riskant gemacht und Spekulanten somit entmutigt werden. Trends, denen Anleger in der Herde hinterherlaufen, würden durch Zufallskäufe schwerer erkennbar oder durchbrochen. Blasen würden weniger wahrscheinlich.

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Studien zeigen, dass zufälliges Investieren meist Resultate liefert, die mit der Marktperformance vergleichbar sind – und über jener der meisten Investmentfonds liegen. Demnach sollte das Durchführen von Zufallskäufen und -verkäufen für eine Zentralbank keine ruinöse Strategie sein. Durch die Transaktionen wird ein „Nebel des Nichtwissens“ über den Preis gelegt, der sowohl den Effekt von Insider-Informationen als auch Herdeneffekte abschwächen sollte.

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