Bloomberg ZÜRICH. "Wir passen definitiv einige unserer Expansionspläne an", da die Bank ein "schwieriges" Jahr 2009 erwarte, sagte Alex Widmer in Zürich. "Es wäre falsch, nicht alle Kostenelemente zu betrachten und zu versuchen zu reduzieren, wo es möglich ist."
Bär spare bei den Ausgaben für Marketing und Geschäftsreisen, führte der Vorstandschef aus. Gleichzeitig wolle Bär weitere Mitarbeiter für das Private-Banking-Geschäft anwerben, auch wenn das Ziel von 60 Mitarbeitern für dieses Jahr erreicht sei. 2008 habe einen "ermutigenden Zufluss" an neuem Anlagekapital gebracht, der sich im ersten Halbjahr auf 8,4 Mrd. Schweizer Franken (5,5 Mrd. Euro) belief, so Widmer.
Schweizer Banken verwalten mehr als ein Viertel der weltweiten privaten Auslandsanlagen. In letzter Zeit wächst die Zahl der Millionäre allerdings langsamer, was den Konkurrenzkampf in der Vermögensverwaltung für Reiche verschärft hat. Einer Umfrage von Capgemini und Merrill Lynch zufolge gab es 2007 sechs Prozent mehr Millionäre als im Vorjahr, das ist der geringste Anstieg seit vier Jahren. In diesem Jahr dürfte die Kreditkrise den Zuwachs noch weiter dämpfen. Neben Privatbanken wie Julius Bär und Pictet & Cie sind auch große Geschäftsbanken wie UBS und Credit Suisse in dem Bereich tätig.
"Wir sind so stark gewachsen, dass es nicht immer so weiter gehen kann", erläutert Widmer. Die Bank dürfte sich jedoch besser behaupten als ihre Konkurrenten, erwartet der Bär-Chef. Langfristig peile die Private-Banking-Sparte Nettokapitalzuflüsse von mehr als sechs Prozent jährlich an, so Widmer. Dazu sollen alle Regionen beitragen.
Aktuell könne der Wertverlust bei den Investments nicht vollständig durch Kapitalzuflüsse ausgeglichen werden, berichtete Widmer. Per Ende Juni verwaltete die Sparte 221,8 Mrd. Franken und trug knapp 60 Prozent zum Gewinn im ersten Halbjahr bei. Die Julius Bär Holding verwaltet insgesamt 363,9 Mrd. Franken. Die Erlöse in der Vermögensverwaltung gehen zurück. Ein Grund dafür ist die Zurückhaltung der Kunden bei Käufen und Verkäufen in den derzeit sehr volatilen Märkten. Sowohl UBS als auch Credit Suisse haben in den Vermögensverwaltungssparten im dritten Quartal einen Rückgang der Bruttomarge von fünf Basispunkten gegenüber dem Vorquartal berichtet. Julius Bär weist keine Quartalszahlen aus, Widmer sieht bei den Margen jedoch einen mit den anderen Banken vergleichbaren Druck.




















