Finanzinvestor TCI fordert Reformen: Angriff auf Volkswagen geplant?

Finanzinvestor TCI fordert Reformen: Angriff auf Volkswagen geplant?

, aktualisiert 06. Mai 2016, 18:01 Uhr
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Mit Geldern des erfolgreichen TCI-Fonds – „The Children's Investment Fund“ – hat Hohn auch eine milliardenschwere Stiftung für Kinder eingerichtet. Der Fondsmanager ist für seine üppigen Spenden an Kinder bekannt.

Quelle:Handelsblatt Online

Der britische Hedgefonds TCI plant einem Medienbericht zufolge einen Angriff auf Volkswagen: TCI soll sich ein VW-Aktienpaket im Milliardenwert gesichert haben und fordert angeblich eine Reform der Manager-Vergütung.

FrankfurtDer aktivistische Finanzinvestor TCI plant einem Zeitungsbericht zufolge eine Kampagne gegen Volkswagen. Der britische Hedgefonds fordere eine Reform der Manager-Vergütung beim vom Abgasskandal gebeutelten Wolfsburger Autobauer, wie die "Financial Times" am Freitag berichtet. TCI habe deswegen bereits an Vorstand und Aufsichtsrat geschrieben. Der von Chris Hohn geführte Fonds habe sich ein Aktienpaket an Volkswagen im Wert von 1,2 Milliarden Euro gesichert.

Die Hedgefonds-Legende Sir Chris Hohn hat seinen milliardenschweren „The Children’s Investment Fund“ (TCI) Ende 2015 als „Anti-These zu den klassischen Hedgefonds“ beschrieben – weil er eine Rendite von 14 Prozent erzielt hat, während andere Geldtöpfe ins Schwimmen gekommen sind.

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Altmeister Hohn schaffte es im vergangenen Jahr auf die vorderen Plätze bei den Hedgefonds, ihm halfen dabei seine großen Aktien-Wetten auf die Privatisierung der spanischen Flughäfen, den europäischen Flugzeugbauer Airbus sowie den US-Wert Time Warner Cable. Damit liegt die durchschnittliche Rendite von TCI seit der Auflegung des Fonds im Jahr 2004 bei jährlich 18 Prozent verglichen mit 6,9 Prozent für den S&P-500-Aktienindex.

Sir Chris machte gegenüber der „Financial Times“ klar, warum er sich von der breiten Masse der übrigen Hedgefonds abhebt: „Wir sind das Gegenteil. Sie sichern sich ab, wir kaufen. Wir nehmen Risiken. Sie denken kurzfristig, wir langfristig. Sie sind passiv, wir beschäftigen uns mit der Sache. Sie nehmen hohe Gebühren, wir niedrige.“

Mit seiner Performance kann Hohn die Muskeln spielen lassen, denn die Hedgefonds-Branche hat ein schwaches Jahr hinter sich. Viele Strategien gingen nicht auf, vor allem dann, wenn man auf die Konjunktur, Währungen oder Rohstoffe wettete. Gleichzeitig mucken die Investoren auf, weil sie für eine relativ schlechte Leistung der Hedgefonds hohe Gebühren zahlen müssen.

Bei TCI sind die Gebühren an zu erreichende Renditeziele gekoppelt, außerdem werden Investoren belohnt, die sich länger an TCI binden. Seit Auflegung des Fonds vor elf Jahren geht ein Teil der Erlöse in eine Stiftung, die „Children’s Investment Fund Foundation“. Mittlerweile hat diese einen Wert von rund vier Milliarden Dollar und gehört somit zu den größten in Großbritannien. Hohn wurde vergangenes Jahr dafür in den Adelsstand erhoben. Auch damit können die meisten Fondsmanager nicht mithalten.

Der Philantrop machte in Deutschland vor rund zehn Jahren noch ganz andere Schlagzeilen, als er mit TCI die Übernahme der Londoner Börse durch die Deutsche Börse verhinderte. Danach mussten der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Börse, Werner Seifert, und Aufsichtsratschef Rolf-E. Breuer, ehemals Vorstandssprecher der Deutschen Bank, ihre Posten räumen. Unterschätzen, das ist sicher, würde heute niemand mehr den Mann mit dem Ritterschlag.

Quelle:  Handelsblatt Online
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