Finanzmanager entlassen: Bankgehälter erzürnen iranischen Ajatollah

Finanzmanager entlassen: Bankgehälter erzürnen iranischen Ajatollah

, aktualisiert 26. Juli 2016, 14:41 Uhr
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Er sprach von „astronomischen Gehältern“, die einige Banker erhielten.

Quelle:Handelsblatt Online

Iranische Banker trifft ein neues Gesetz: Sie dürfen bei weitem nicht mehr so viel verdienen wie bislang. Sogar der Chef des Staatsfonds musste deswegen sein Amt niederlegen.

DubaiEin Skandal um die Höhe der Gehälter von Bankchefs hat Iran erfasst. Das Land führt daher Gehaltsdeckel für Regierungsbeamte und Nicht-Regierungsoffizielle ein. Dadurch soll dem Unverständnis über die Saläre von Finanzchefs entgegen gewirkt werden.

Medien im Land hatten zuvor berichtet, dass die Spitzenmanager bei einigen der führenden Finanzinstituten des Landes pro Monat umgerechnet mehrere Zehntausend Dollar verdienten – für iranische Verhältnisse sind das extreme stattliche Zahlungen. Der religiöse Führer Irans, Ajatollah Ali Khamenei, hatte die „astronomischen Gehälter“ verurteilt und „entschlossene“ Handlungen dagegen angekündigt. Politische Widersacher von Präsident Hassan Rouhani hatten versucht, Rouhani die Schuld für die Gehälter zu geben – wohl mit dem Ziel, seine Chancen auf Wiederwahl im kommenden Jahr zu reduzieren. Präsident Rouhani hatte eine Untersuchung der Vorfälle angestoßen und Konsequenzen angekündigt.

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Künftig wird ein Gehaltsdeckel von 3200 Dollar (2900 Euro) pro Monat für die Chefs von Regierungs- sowie Justizbehörden gelten, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur RNA unter Berufung auf den Vizepräsidenten Mohammad Bagher Nobakht am Dienstag. Für Nicht-Regierungsoffizielle soll ein Limit von etwa 6200 Dollar gelten, ergänzte Nobakht.

Der Gehaltsskandal hatte zu Rücktritten etlicher hochrangiger Banker und zu Verhaftungen geführt. Vier Chefs staatlicher Banken und des 80 Milliarden Dollar schweren Staatsfonds gaben ihre Ämter auf oder wurden ausgetauscht, nachdem Details zu den Einkommen veröffentlicht worden waren. Diese sind zwar verglichen mit westlichen Gehältern bescheiden – der Chef des Staatsfonds verdiente den Berichten zufolge 220.000 Dollar im Jahr – aber im Iran werden die Zahlungen als übertrieben wahr genommen.

Vergangene Woche hatte die Iranische Revolutionsgarde den ehemaligen Chef der Bank Mellat und einen seiner Stellvertreter verhaftet. Die Festnahmen hingen mit einem Betrugsskandal jenseits der umstrittenen Gehälter zusammen, so General Mohammad Ali Dschafari. Auch einige Politiker seien in die Betrugsfälle verwickelt gewesen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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