Finanzplatz Frankfurt: Wenn Mainhattan auf Manhattan trifft

Finanzplatz Frankfurt: Wenn Mainhattan auf Manhattan trifft

, aktualisiert 09. November 2016, 17:48 Uhr
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Hochhäuser im Frankfurter Bankenviertel: Die hessische Regierung hofft, dass britische Banker von der Themse an den Main umsiedeln.

von Michael BrächerQuelle:Handelsblatt Online

Der hessische Ministerpräsident reist an die Wall Street, um dort für den Finanzplatz Frankfurt zu werben. Statt in London sollen die Institute hier ihre Europa-Hauptquartiere aufschlagen. Kann das gutgehen?

WiesbadenGrüne Sauce statt Fish and Chips? Wenn es nach Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier geht, müssen sich Londons Bankern bald kulinarisch umgewöhnen. Der hessische Ministerpräsident wirbt dafür, dass britische Banker an den Main umsiedeln – und möchte, dass auch amerikanische Finanzhäuser ihre Europa-Hauptquartiere in Mainhattan aufschlagen. Nun hat Bouffier das Werben für den Finanzplatz zur Chefsache erklärt. Am Wochenende will er nach New York fliegen, um sich dort mit amerikanischen Bankchefs zu treffen.

Offizieller Anlass für die Stippvisite ist der Brexit. Denn die meisten amerikanischen Finanzdienstleister haben ihre europäischen Zentralen in London angesiedelt. Doch wenn Großbritannien die Europäische Union verlässt, dürften viele ein Standbein innerhalb der Union brauchen. „Zahlreiche Unternehmen beschäftigen sich schon sehr konkret damit“, sagte Bouffier am Mittwoch.

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Die Hessen hoffen darauf, dass die amerikanischen Institute ihre Europa-Hauptquartiere in Zukunft in Frankfurt aufschlagen werden. So soll die Reise ein deutliches Signal sein: „Unsere Türen sind sehr weit geöffnet“.

Ob das die Banker an der Wall Street wohl überzeugen wird? Die Hessen sehen sich in einer guten Verhandlungsposition. Im Gegensatz zu Städten wie London oder Paris wirken die Mieten selbst im dicht besiedelten Rhein-Main-Gebiet wie Schnäppchen. Innerhalb der Eurozone rühmt sich Frankfurt, das bedeutendste Finanzzentrum zu sein, zudem hat die Europäische Zentralbank inklusive der EZB-Bankenaufsicht hier ihr Hauptquartier.

Bouffier hofft, auch die europäische Bankenaufsichtsbehörde EBA an den Main holen zu können, die ihr Hauptquartier derzeit in Großbritannien hat. Doch auch der Ministerpräsident weiß, dass Frankfurt für viele Banker wie ein Dorf wirkt. Und schon jetzt umgarnen Amsterdam, Dublin oder Paris die britischen Institute. Gut möglich, dass sich die amerikanischen Banker statt für Frankfurter Grüne Sauce doch eher für Coq-au-Vin entscheiden. Einen passenden Slogan haben die Pariser schon gefunden, um Londons Banker von den Vorzügen ihrer Stadt zu überzeugen: „Wann haben Sie zum letzten Mal ein Wochenende in Frankfurt gebucht?“

Quelle:  Handelsblatt Online
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