„Finanztip“-Untersuchung: Prepaid-Kreditkarten bergen viele Stolperfallen

„Finanztip“-Untersuchung: Prepaid-Kreditkarten bergen viele Stolperfallen

Bild vergrößern

Kreditkarte, Prepaid-Kreditkarte oder Debitkarte: Im Karten-Dschungel haben es Verbraucher schwer, den Durchblick zu behalten.

von Jakob BlumeQuelle:Handelsblatt Online

Keine Schufa, kein Einkommen – und trotzdem eine Kreditkarte? Einige Banken versprechen mit ihren Prepaid-Kreditkarten genau das. Doch eine Untersuchung von Verbraucherschützern zeigt: Die lohnen sich nur für Wenige.

Sie ist äußerlich nicht vom Original zu unterscheiden, auch der Name führt leicht zu Verwechslungen – doch die sogenannte Prepaid-Kreditkarte hat einen entscheidenden Nachteil: „Tatsächlich handelt es sich um eine Guthabenkarte und nicht um eine Kreditkarte“, sagt Josefine Lietzau vom Verbrauchermagazin „Finanztip". Die Karte funktioniert nur, wenn sie der Kunde vorher mit Guthaben von seinem Konto auflädt.

Viele Anbieter werben damit, die Prepaid-Kreditkarte ohne Schufa-Abgleich, Gehaltsnachweis oder Identifikationsverfahren auszugeben. Das bedeutet zwar weniger Papierkram. Doch dadurch müssen Bankkunden eben auf jene Funktion verzichten, die die Kreditkarte so attraktiv macht: Den Kreditrahmen. 

Anzeige

Verbraucher seien so deutlich unflexibler, sagt Verbraucherschützerin Lietzau. Sie müssen, bevor sie die Karte nutzen, immer kontrollieren, ob diese mit Guthaben aufgeladen ist. Die Nutzer echter Kreditkarten können beispielsweise größere Beträge zahlen, auch wenn das Gehalt erst ein paar Tage später auf dem Verrechnungskonto eingeht. Gerade für den Urlaub sind Prepaid-Kreditkarten ungeeignet: So verlangen beispielsweise Mietwagenfirmen häufig eine Kaution, die auf der Kreditkarte geblockt wird. Viele Firmen akzeptieren daher keine Prepaid-Kreditkarten. Auch die Hotelbuchung funktioniert mit den Schein-Kreditkarten nicht immer.

So digitalisieren Banken ihr Geschäftsmodell

  • Gezieltere Kundenansprache

    Durch Auswertung des Kundenverhaltens über alle Kanäle (Online, Mobil, Filiale) können Kundenbedürfnisse besser gefiltert werden und so der ideale Zeitpunkt für eine individuelle Kundenansprache identifiziert werden.

    Quelle: Roland Berger

  • Alternative Kundengewinnung

    Die Neukundengewinnung ist in den letzten Jahren sehr schwierig geworden. Banken müssen daher innovative Ideen entwickeln, um Neukunden mit einfachen und digitalisierten Produkten zu überzeugen.

  • Neue Umsatzquellen erschließen

    Es reicht nicht aus, Geschäftsmodelle zu optimieren. Banken müssen auch ihr Wachstum vorantreiben und neue Geschäftsfelder erschließen.

  • Aufbau eines digitalen Ökosystems

    Durch Kooperationen mit branchenfremden digitalen Playern oder FinTech-Unternehmen bekommen Banken direkten Zugang zu innovativen Ideen und lernen die Denkweise der "Digital Natives".

  • Fehler als Chance begreifen

    Fehler müssen erlaubt sein, denn nur so können sich Organisationen in dem sich ständig ändernden digitalen Umfeld weiterentwickeln.

  • Neudefinition des Kundenservice

    Digitalisierung ermöglicht eine neue Art des Kundenservice. Um diese Chancen nutzen zu können, muss ein radikaler Kulturwandel in den Banken stattfinden.

  • Digitalisierung aller Prozesse

    Die Digitalisierung muss entlang der gesamten Wertschöpfungskette bis hin zum Back Office stattfinden, damit auch komplexe Finanzprodukte schnell und zuverlässig abgewickelt werden können.

Auch finanziell lohnen sich Prepaid-Kreditkarten nicht, hat Finanztip ermittelt. „Wer mit der Prepaid-Kreditkarte Bargeld abhebt, muss bei vielen Angeboten mit Extra-Gebühren rechnen", sagt Lietzau. Auch beim Aufladen der Karte fielen oft Kosten an. Manche Anbieter erheben bei geringer Nutzung sogar eine Inaktivitätsgebühr: „Darauf sollten Verbraucher unbedingt achten", empfiehlt Lietzau. „Denn eigentlich rechnet man ja nicht mit Gebühren, wenn man etwas nicht nutzt.“ Kostenlose Kreditkarten gehören dagegen zum Standard bei vielen Direktbanken. Bei Instituten wie der DKB, ING-Diba oder Cortal Consors können Kunden mit der Kreditkarte weltweit gratis Bargeld abheben.

Die Verbraucherschützer von Finanztipp kommen daher zu einem eindeutigen Fazit: „Für die meisten Verbraucher sind Prepaid-Kreditkarten Unsinn“, sagt Lietzau. Sie seien höchstens für Jugendliche geeignet, deren Eltern den Überblick behalten wollen, wie viel der Sprössling ausgibt. Auch für Menschen, die wegen eines negativen Schufa-Eintrags keine herkömmliche Kreditkarte bekommen, kann die Prepaid-Karte eine Option sein. 

Kartenzahlung Wie heikel ist das Kleingedruckte beim Zahlen an der Kasse?

Schnell etwas unterschreiben, ohne es zu lesen? Was sonst ziemlich riskant wäre, tun Millionen Kunden regelmäßig bei Kartenzahlungen an der Ladenkasse. Verbraucherschützer verteidigen die Methode - mit einem Warnsignal.

Kartenzahlung: Kleingedrucktes an der Kasse Quelle: dpa

In diesem Fall empfehlen Verbraucherschützer von Finanztip jedoch eine Debitkarte. Dabei werden die Umsätze direkt vom Girokonto abgebucht. „Kunden haben so die bessere Übersicht und bekommen nicht einmal im Monat einen Schrecken“, sagt Juliane Wolff von Mastercard. Insofern ähnelt sie der Girocard, die viele Bankkunden unter dem Namen EC-Karte kennen. Doch im Gegensatz zur Girocard hat die Debitkarte eine 16-stellige Kartennummer und eignet sich damit beispielsweise besser zum Online-Einkauf. Die Finanztip-Experten empfehlen die Debit-Karte der Fidor-Bank, da dort kein Schufa-Abgleich nötig ist, solange der Kunde keinen Dispokreditrahmen nachfragt. 

Die größte Herausforderung für Verbraucher ist es jedoch, im Karten-Dschungel den Durchblick zu behalten. Auch deshalb stellen die Konsumforscher vom Einzelhandelsinstitut EHI regelmäßig fest: 78 Prozent der Deutschen greift an der Supermarktkasse nach wie vor zum Bargeld.

Quelle:  Handelsblatt Online
Anzeige

Twitter

Facebook

Google+

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%