Folgen der Finanzkrise: RBS stellt 3,9 Milliarden Dollar zurück

Folgen der Finanzkrise: RBS stellt 3,9 Milliarden Dollar zurück

, aktualisiert 26. Januar 2017, 09:44 Uhr
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Die britische Großbank ist tief in die Finanzkrise verstrickt.

Quelle:Handelsblatt Online

Die Royal Bank of Scotland stellt 3,9 Milliarden US-Dollar zurück. Mit dem Geld will sie sich für eine mögliche Einigung mit der US-Justiz im Nachgang der Finanzkrise wappnen. Der Bank droht ein neuer Rekordverlust.

DüsseldorfDie Royal Bank of Scotland (RBS) bildet milliardenschwere Rückstellungen. Wie das Wall Street Journal berichtet, stellte die Bank am Donnerstag 3,9 Milliarden US-Dollar zurück, um für künftige Forderungen der US-Justiz als Folge der Finanzkrise gewappnet zu sein.

Bislang ist laut RBS demnach noch unklar, wann es zu einer möglichen Einigung mit den US-Behörden kommen könnte. Die zusätzlichen Rückstellung kommt zu den bereits gebildeten Rücklagen hinzu: Insgesamt hält die Bank nun rund 8,5 Milliarden Dollar vor, um mögliche Strafen für Fehlverhalten auf dem US-Immobilienmarkt zu bezahlen. Die Eigenkapitalquote reduziert sich damit laut Wall Street Journal auf 13,6 Prozent.

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Die RBS hatte sich auf dem Höhepunkt der US-Immobilienbooms stark im Handel mit toxischen Hauskrediten engagiert. Das US-Justizministerium prüft aktuell entsprechende Strafforderungen gegen die einstmals drittgrößte europäische Bank. Zuletzt hatten sich eine Reihe an US-Banken und die Deutsche Bank mit der US-Justiz auf milliardenschwere Vergleiche geeinigt. Die Deutsche Bank etwa zahlt eine Strafe von 3,1 Milliarden US-Dollar und soll geschädigte Verbraucher mit weiteren 4,1 Milliarden US-Dollar unterstützen.

Die neuen Rückstellungen werden die Bank aus Edinburgh nun höchstwahrscheinlich weiter in die Roten Zahlen treiben. Am 24. Februar will sie ihren neuen Jahresabschluss vorlegen. Erwartet wird ein Rekordverlust; auch in Zukunft dürfte die Bank keine Dividende ausschütten.

Am Mittwochabend hatte der TV-Sender Sky berichtet, dass das britische Schatzamt und die Behörde UK Financial Investments, die die staatlichen Anteile der mit Steuermitteln geretteten Banken verwaltet, bereits informiert worden seien, dass die RBS-Chefs die Rückstellung in dieser Woche beraten werden.

In der Finanzkrise von 2008 musste die Bank, die damals zu den führenden Investmentbanken Europas zählte, mit Staatshilfen in Höhe von 46 Milliarden Pfund gerettet werden. Sie gehört bis heute zu 72 Prozent dem Staat. Die Bank hat seither keinen Gewinn mehr gemacht.

Das Geldhaus war im vergangenen Jahr beim Stresstest der britischen Zentralbank durchgefallen. Der Bank fehlten laut der Aufsichtsbehörde rund zwei Milliarden Pfund, um eine eventuelle neuerliche Finanzkrise zu überstehen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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