Fusion der Deutschen Börse mit LSE: Kengeter redet Frankfurt stark

Fusion der Deutschen Börse mit LSE: Kengeter redet Frankfurt stark

, aktualisiert 06. Januar 2017, 14:01 Uhr
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Der Chef der Deutschen Börse blickt mit Zuversicht auf eine mögliche Fusion mit der LSE.

Quelle:Handelsblatt Online

Warum gerade London? Dass die geplante europäische Megabörse ihren rechtlichen Sitz in der britischen Hauptstadt haben soll, stößt in Frankfurt auf Kritik. Deutsche-Börse-Chef Kengeter wirbt für die Vorteile.

Frankfurt/LondonDeutsche-Börse-Chef Carsten Kengeter verspricht im Fall eines erfolgreichen Zusammenschlusses mit der Londoner Börse LSE eine Stärkung des Finanzplatzes Frankfurt. Die Fusion sei „der Katalysator für Wachstum in Frankfurt“, schreibt Kengeter in einem Gastbeitrag für die Tageszeitung „Die Welt“ (Freitag). „Der Standort Frankfurt wird innerhalb der kombinierten Gruppe eine entscheidende Rolle spielen und weiter gestärkt.“

Das gelte unabhängig vom rechtlichen Sitz des geplanten Gemeinschaftsunternehmens. Die Dachgesellschaft soll nach den Vereinbarungen von Deutscher Börse und London Stock Exchange (LSE) in London angesiedelt sein, was in Frankfurt für viel Kritik sorgt – erst Recht, nachdem die Briten sich dafür ausgesprochen haben, dass ihr Land aus der Europäischen Union austritt (Brexit).

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„Selbstverständlich hat der Brexit die Spielregeln verändert, und das sorgt für Verunsicherung“, räumte Kengeter ein. „Bedenken bei der Frage des rechtlichen Sitzes der kombinierten Gruppe kann ich gut verstehen und nehme sie sehr ernst.“

Der Manager bekräftigte jedoch: „Unabhängig von der Frage des rechtlichen Sitzes gilt: Die tragenden Säulen des fusionierten Unternehmens sind die Hauptverwaltungen in London und in Frankfurt. Es wird weiterhin die Deutsche Börse und die London Stock Exchange geben. Die zentralen unternehmensleitenden Funktionen der kombinierten Gruppe werden auf beide Standorte verteilt. Die Deutsche Börse unterliegt dabei weiterhin der Aufsicht der deutschen Regulierer.“

Derzeit prüft die EU-Kommission das Fusionsvorhaben, mit einer Entscheidung wird im Februar gerechnet. In einer ersten Einschätzung hatten die Brüsseler Wettbewerbshüter Bedenken geäußert.

Sie haben unter anderem Sorge, dass durch die Zusammenlegung der sogenannten Clearinghäuser etwa bei Anleihegeschäften der Wettbewerb ausgeschaltet werden könnte. Daher ist für den Fall einer erfolgreichen Fusion inzwischen vereinbart, dass die LSE ihre Abrechnungs- und Abwicklungstochter LCH Clearnet für 510 Millionen Euro in bar an den Konkurrenten Euronext verkauft.

Die Clearingstellen sind zwischen den Vertragsparteien einer Wertpapiertransaktion angesiedelt und übernehmen das gegenseitige Ausfallrisiko. Dafür müssen Marktteilnehmer ihnen Sicherheiten zur Verfügung stellen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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