Gary Cohn: Mit 284 Millionen Dollar zu Donald Trump

Gary Cohn: Mit 284 Millionen Dollar zu Donald Trump

, aktualisiert 26. Januar 2017, 12:04 Uhr
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Der Wirtschaftsberater von Trump muss seine Goldman-Sachs-Aktien zu einem günstigen Zeitpunkt verkaufen.

Quelle:Handelsblatt Online

Der Wechsel des Goldman-Sachs-Bankers Gary Cohn zum Top-Wirtschaftsberater Donald Trumps bringt ihm ein Abschiedsgeschenk von mehr als 284 Millionen Dollar. Ihm hilft dabei der hohe Aktienkurs der US-Bank.

New YorkDer Wechsel von Gary Cohn von Goldman Sachs in die Regierungsmannschaft von Donald Trump bringt ihm auf einen Schlag mehr als 284 Millionen Dollar (264,8 Millionen Euro Euro) von seinem Ex-Arbeitgeber. Diese Summe steht ihm an aufgeschobenen Boni, Aktienpaketen und anderen Investments von der Wall-Street-Bank zu. Ohne den Wechsel hätte sich die Auszahlung über Jahre verteilt.

Um einen Interessenkonflikt als Top-Wirtschaftsberater von Trump zu vermeiden, händigt die Bank ihrem Ex-Präsidenten sofort etwa 65 Millionen Dollar an Barmitteln und Aktien aus, deren Auszahlung eigentlich an ihre künftige Entwicklung gekoppelt ist. Er erhält dies zusätzlich zu den etwa 220 Millionen Dollar an Goldman-Aktien, die er bereits hält oder die ihm noch zustanden, sowie Beteiligungen an Investmentfonds der Firma, wie aus Mitteilungen an die Aufsichtsbehörde am Dienstag hervorgeht.

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Um seinen neuen Posten anzutreten, muss er erst seine Beteiligungen auflösen. Cohn verkauft seine Goldman-Aktien zu einem Zeitpunkt, an dem sie in der Nähe eines Allzeithochs notieren. Profitiert haben sie von Spekulationen, wonach die Politik von Trump der Bank zugute kommen dürfte. Zwar verpasst Cohn diese Chance, sollten die Kurse tatsächlich weiter steigen, gleichzeitig reduziert er aber durch die größere Diversifikation seines Portfolios die Risiken – beispielsweise wenn der Goldman-Kurs doch fallen sollte. Für den früheren Goldman-Chef Henry Paulson war das ein Vorteil: Er verkaufte alle seine Aktien der Bank, um im Jahr 2006 US-Finanzminister zu werden – direkt vor der Finanzkrise.

„Zufälligerweise muss er die Goldman-Sachs-Aktien abstoßen, während sie um ein Mehrjahreshoch pendeln“, sagt Frank Glassner, CEO von Veritas Executive Compensation Consultants. „Es ist nicht gerade so, dass er aus einem Flugzeug springen muss, dass sich im Sinkflug befindet.“ Allerdings könnte er dazu gezwungen sein, seine Beteiligungen an Buyout- und Hedgefonds von Goldman mit einem Abschlag abzustoßen, da er schnell aussteigen müsse, fügte er hinzu.

Cohn hätte einen Teil seiner Aktien schon vor seinem Karrierewechsel verkaufen können. Investoren hätten es allerdings möglicherweise als fehlendes Vertrauen in die Zukunft der Firma interpretiert, wenn er wirklich größere Aktienpakete veräußert hätte, erläuterte Glassner.


Lange als Nachfolger von Blankfein gehandelt

Einen Teil der anfallenden Steuern könnte Cohn auch aufschieben, wenn er beispielsweise die Einnahmen aus dem Verkauf in Staatspapiere oder bestimmte Fonds steckt. Das Ausmaß dieser in Anspruch genommenen Vorteile wird sichtbar werden, wenn seine Finanzunterlagen beim Eintritt in die Regierungsmannschaft veröffentlicht werden. Auf eine telefonische Anfrage von der Nachrichtenagentur Bloomberg war Cohn nicht zu erreichen.

Im vergangenen Monat war Cohn von seinen Posten als Präsident und für das Tagesgeschäft zuständiger Vorstand von Goldman zurückgetreten, nachdem er zuvor zugestimmt hatte, den nationalen Wirtschaftsrat von Trump zu leiten. Seine Karriere bei der Bank begann 1990, im Jahr 2006 wurde er Co-Präsident und danach alleiniger Präsident. Lange Zeit wurde er als Nachfolger von CEO Lloyd Blankfein gehandelt. Für 2016 erhielt er eine Vergütung von 20 Millionen Dollar.

Wie aus der Mitteilung vom Dienstag hervorgeht, hob die Bank Restriktionen für Aktien- und Barzahlungen im Volumen von 123,7 Millionen. Dollar auf, beziehungsweise veranlasste eine beschleunigte Auszahlung. Darin enthalten sind insgesamt 47 Millionen Dollar an ausstehenden Leistungen, die ihm im Rahmen des langfristigen Vergütungsprogramms der Bank seit 2011 noch zustanden. Hinzu kommen 18 Millionen Dollar als Belohnung für die herausragende Entwicklung des Aktienkurses.

Quelle:  Handelsblatt Online
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