Gebühren am Geldautomaten: Viel Wirbel, wenig Einnahmen

Gebühren am Geldautomaten: Viel Wirbel, wenig Einnahmen

, aktualisiert 18. April 2017, 15:50 Uhr
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Einige Sparkassen und Volksbanken verlangen bei bestimmten Kontomodellen Gebühren für Barabhebungen. Einnahmen beschert ihnen das aber kaum, zeigt zumindest eine aktuelle Schätzung.

von Elisabeth AtzlerQuelle:Handelsblatt Online

Gebühren fürs Abheben am Geldautomaten bei immer mehr Sparkassen haben für Aufregung und Ärger unter Verbrauchern gesorgt. Tatsächlich verdienen die Institute daran jedoch wenig, wie eine neue Schätzung zeigt.

FrankfurtDer Aufruhr ist groß: Mehr als 40 Sparkassen und mindestens 150 Volks- und Raiffeisenbanken verlangen in bestimmten Fällen Gebühren fürs Geldabheben am eigenen Automaten. Sie alle haben mindestens ein meist relativ günstiges Kontomodell, bei dem Barabhebungen sowie andere einzelne Dienstleistungen Kosten verursachen können.

Häufig sind die ersten drei oder fünf Transaktionen im Monat gratis, danach müssen die Kunden bei jeder Barabhebung eine Gebühr bezahlen. Deren Höhe unterscheidet sich von Kreditinstitut zu Kreditinstitut. Mal sind es 20 Cent, mal 30 Cent oder 45 Cent. Die Gebühren für Barabhebungen sind umstritten, schließlich gelten die deutschen Verbraucher als Bargeldfans, die am liebsten mit Scheinen und Münzen bezahlen.

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Obendrein sind die immer häufiger erhobenen Entgelte für die Sparkassen wenig einträglich. Nach Schätzungen des Wirtschaftsmagazins Capital und der Unternehmensberatung Barkow-Consulting kommen jährlich höchstens 20 Millionen Euro an Abhebegebühren zusammen. Wahrscheinlich liegt die Summe sogar noch deutlich darunter. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr verdienten die rund 400 deutschen Sparkassen zusammen nach Steuern rund zwei Milliarden Euro.

Das Verbraucherportal Biallo.de hatte vor einigen Tagen eine Liste mit Sparkassen und Genossenschaftsbanken veröffentlicht, die entsprechende Abhebeentgelte berechnen. Die Übersicht hatte ein großes Medienecho gefunden – auch, weil Sparkassen-Präsident Georg Fahrenschon vor einigen Monaten noch zugesagt hatte, Barabhebungen an Sparkassen-Automaten seien für die Kunden kostenlos. Einige Sparkassen haben Kontomodelle mit Gebühren für Barabhebungen allerdings schon seit 15 Jahren und mehr.


Viele Kunden kommen mit den Freiabhebungen aus

Neben den Sparkassen waren auch die Volks- und Raiffeisenbanken in die Kritik geraten. Sie sind teilweise noch findiger bei der Gebührengestaltung. So gibt es Genossenschaftsbanken, die – bei bestimmten Konton – sogar zur Mittagszeit oder nach Feierabend Entgelte fürs Geldabheben berechnen. Begründet wird die zeitliche Staffelung offiziell mit einem erhöhtem Sicherheitsbedarf.

Bei ihrer Kalkulation haben Capital und Barkow die 17 Sparkassen berücksichtigt, die ein Entgelt schon beim ersten Geldabheben im Monat verlangen. Bei einer Durchschnittsgebühr von 37 Cent und 2,3 Barabhebungen pro Monat – was als deutscher Durchschnitt gilt – ergeben sich demnach insgesamt Einnahmen von 19,7 Millionen Euro für die betrachteten 17 Sparkassen.

Die Sparkassen selbst wollen sich nicht zu den Einnahmen aus den Abhebegebühren äußern. Wahrscheinlich die Einnahmen noch einmal deutlich niedriger als in der aktuellen Schätzung. Diese lässt unter anderem außen vor, dass die betrachteten Sparkassen mehrere Kontomodelle anbieten – und in der Regel nur eines auch Entgelte für Barabhebungen vorsieht.

Eine Erhebung des Handelsblatt zeigte vor einigen Tagen, dass bei den betroffenen Sparkassen im Schnitt 30 Prozent der Kunden eine Kontovariante mit Preisen für einzelne Buchungsposten gewählt haben. Häufig muss aber nur ein Bruchteil der Kunden diese Gebühren bezahlen – den allermeisten Kunden reichen die vorgesehenen Freiposten.

Quelle:  Handelsblatt Online
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