Geldabheben mit „Barzahlen“: DKB macht Supermarktkasse zum Geldautomaten

Geldabheben mit „Barzahlen“: DKB macht Supermarktkasse zum Geldautomaten

, aktualisiert 06. September 2016, 06:59 Uhr
Bild vergrößern

Mit „Cash im Shop“ können DKB-Kunden unter anderem bei Rewe kostenlos Geld abheben – und müssen dafür nichts einkaufen.

von Katharina SchneiderQuelle:Handelsblatt Online

Allen Bankkarten, Kreditkarten und Bezahl-Apps zum Trotz – Bargeld bleibt der Deutschen liebstes Zahlungsmittel. Nachschub bekommen DKB-Kunden ab sofort mit ihrem Smartphone an den Kassen von rund 8.000 Filialen.

FrankfurtWenn Kassierer in der Vergangenheit aufgefordert wurden, Bargeld rauszurücken, dann wurde ihnen meist eine Pistole entgegengestreckt. Heute zeigt man ihnen ein Smartphone – völlig legal und gewaltfrei. Ausprobieren können das ab diesem Dienstag Kunden der Direktbank DKB in knapp 8.000 Einzelhandelsfilialen, darunter Rewe, Real, Penny und die Drogeriemarktkette Budni. „Cash im Shop“ heißt die Funktion und wird durch eine Kooperation mit dem Berliner Fintech Barzahlen ermöglicht.

Die DKB ist die zweite Bank, die gemeinsam mit Barzahlen die Kassen zum Geldautomaten wandelt. Pionier war Ende Oktober letzten Jahres die Fintech-Bank N26, die sich bis vor Kurzem noch Number26 nannte. „Unsere Kunden können weltweit an mehr als einer Million Geldautomaten kostenlos Bargeld abheben“, sagt DKB-Privatkundenvorstand Tilo Hacke gegenüber dem Handelsblatt. „Dass sie nun auch beim Einkauf bequem und ohne Mindesteinkaufsbetrag Geld abheben können, ist ein toller Zusatzservice.“

Anzeige

Ein Praxistest mit Barzahlen-Mitarbeiterin Susanne Krehl zeigt, wie einfach dieser Service ist: Mit dem Smartphone loggt sie sich in ihre DKB-Banking-App ein, wählt die Funktion „Cash im Shop“ und anschließend einen Betrag zwischen 50 und 300 Euro – wobei keine individuelle Eingabe „krummer“ Beträge möglich ist. Die Abhebung bestätigt sie mit einer TAN und sogleich erscheint ein Barcode auf dem Display. Mit diesem Code gehen wir in den nächstgelegenen Rewe-Markt. An der Kasse zeigt sie ihr Smartphone mit dem Code und sagt „Ich möchte mit Barzahlen Geld abheben“.

Eigentlich sollte nun alles ganz schnell gehen, doch der Kassierer ist erst einmal überfragt und muss einen Kollegen um Hilfe bitten. Auch das Scannen des Barcodes klappt dann nicht problemlos, da im Rewe die Internetverbindung abgebrochen ist und nun ein Lade-Symbol über dem Code liegt und das Scannen unmöglich macht. Ihr Geld bekommt Krehl aber trotzdem, denn unter dem Barcode sind Zahlen zu lesen, die der Kassierer rasch eintippt. Sofort erhält er die Bestätigung, dass der Code gültig ist und händigt das Geld aus.

Der Test zeigt: In der Anfangsphase des neuen Angebots müssen DKB-Kunden womöglich ein bisschen Geduld mitbringen, da noch nicht alle Mitarbeit in den Filialen den neuen Service kennen. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte den Barcode zudem schon vor Betreten der Filiale über die DKB-App generieren und dann auf seinem Gerät zwischenspeichern. So ist der Kunde unabhängig von einer Internetverbindung im Laden. Der Code ist 24 Stunden gültig.


Barzahlen ist günstiger

Für Barzahlen-Geschäftsführer Sebastian Seifert ist Smartphone-Banking das Trendthema. „Kunden gehen seltener in eine Bankfiliale und erledigen alltägliche Bankgeschäfte direkt über eine App – warum also nicht auch Bargeld mit dem Smartphone abheben?“, sagt er. Gestartet ist Barzahlen bereits vor drei Jahren. Im Mittelpunkt stand zunächst das Angebot im Online-Handel einkaufen und die Rechnung bar in den Partnerfilialen bezahlen zu können.

Für die DBK ist die Kooperation mit Barzahlen nicht die erste Zusammenarbeit mit einem Fintech. Erst in der vergangenen Woche ging beispielsweise der automatisierte Depotwechselservice mithilfe von FinReach an den Start. Damit sollen Kunden innerhalb weniger Minuten ihr bestehendes Depot zum DKB-Broker übertragen können, ohne etwa einzelne Wertpapierkennnummern eingeben zu müssen.

„Ich bin ein großer Fan von Kooperationen mit Fintechs“, sagt DKB-Vorstand Hacke. „Es gibt viele wechselnde Kundenbedürfnisse, die kann man als Bank nicht alle alleine bedienen.“ Um herauszufinden, was die Kunden wünschen, würden diese zuerst befragt und dann werde ein Partner gesucht, der die technische Lösung dafür bietet. Die Zusammenarbeit mit Barzahlen sei zudem eine kaufmännische Entscheidung: „Barzahlen bietet im Vergleich zur Abhebung am Geldautomaten einen Preisvorteil“, sagt Hacke.

Quelle:  Handelsblatt Online
Anzeige

Twitter

Facebook

Google+

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%