Geldpolitik: Deutsche Forscher raten EZB zu baldiger Wende

Geldpolitik: Deutsche Forscher raten EZB zu baldiger Wende

, aktualisiert 12. April 2017, 12:37 Uhr
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Die Notenbank hält ihre Leitzinsen seit längerem auf dem Rekordtief von null Prozent.

Quelle:Handelsblatt Online

Deutsche Forschungsinstitute raten der EZB zur geldpolitischen Wende – noch in diesem Jahr. Die Finanzmärkte sollten zunächst auf steigende Zinsen vorbereitet werden. Dann könne das Anleihenkaufprogramm auslaufen.

BerlinDie Europäische Zentralbank (EZB) sollte nach Ansicht führender deutscher Forschungsinstitute noch in diesem Jahr die geldpolitische Wende einleiten. Die Forscher raten den Währungshütern in ihrem am Mittwoch vorgelegten Wirtschaftsgutachten, als ersten Schritt einen Schwenk in der Kommunikation vorzunehmen. Hiermit sollten die Finanzmärkte auf steigende Zinsen vorbereitet werden. „Damit könnte die EZB die langfristigen Zinsen allmählich nach oben schleusen, was sich auch günstig auf die derzeit äußerst niedrigen Margen im Finanzsektor auswirken dürfte.“

Die EZB hält ihre Leitzinsen seit längerem auf dem Rekordtief von null Prozent. Zudem pumpt sie über den Kauf von Staatsanleihen und anderen Wertpapieren Woche für Woche Milliarden in das Bankensystem. Die auf 2,28 Billionen Euro angelegten Transaktionen sollen bis mindestens Ende 2017 laufen. Die Forschungsinstitute um das IW Halle empfehlen der EZB als zweiten Schritt hin zu einer Straffung ihrer Politik, das Programm bei guter Konjunktur ab Jahresbeginn 2018 auslaufen zu lassen: „Eine erste Erhöhung des Leitzinses ist dann wohl erst gegen Ende des Prognosezeitraums angezeigt“, heißt es in dem Gutachten, in dem die Forscher einen Ausblick auf die Wirtschaftsentwicklung bis Ende 2018 geben.

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Die Bundesregierung bezeichnet es in einem Bericht an die EU-Kommission als große Herausforderung, die Finanzpolitik auf „eine notwendige Normalisierung der europäischen Geldpolitik und des Zinsumfeldes“ einzustellen. Die niedrigen Zinsen hatten die öffentlichen Haushalte zuletzt massiv entlastet.

Quelle:  Handelsblatt Online
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