Genossenschaftsbanken : Warum die DZ Bank nicht abhebt

Genossenschaftsbanken : Warum die DZ Bank nicht abhebt

, aktualisiert 29. Juli 2016, 17:25 Uhr
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Am Montag schließen sich die Frankfurter DZ und die Düsseldorfer WGZ Bank zusammen. Die fusionierte Bank heißt DZ Bank, sie behält aber den Claim der WGZ Bank, „Die Initiativbank“.

von Elisabeth AtzlerQuelle:Handelsblatt Online

Am Montag schließen sich DZ und WGZ Bank zusammen. Das genossenschaftliche Geldhaus wird die drittgrößte deutsche Bank. Im Interview erklären die beiden Vorstandschefs, wie die nächste Finanzkrise entstehen könnte.

Frankfurt Dass Genossenschaftsbanken zu den bodenständigen Geldhäusern gehören, haben sie in der Finanzkrise bewiesen. Ohne Staatshilfe kamen die gut 1000 Volks- und Raiffeisenbanken sowie ihre Zentralinstitute, die DZ Bank und die WGZ Bank, durch die Finanzkrise.

Am Montag schließen sich die beiden Banken zusammen. Mit einer Bilanzsumme von 500 Milliarden Euro ist der Konzern die drittgrößte deutsche Geschäftsbank, nach Deutscher Bank und Commerzbank. Doch auf diese Summe schauen die Vorstandschefs der beiden Häuser, Wolfgang Kirsch und Hans-Bernd Wolberg nicht. „Keiner lobt uns für unsere Größe, aber alle loben uns für unsere Leistungsfähigkeit“, sagte Wolberg der „Börsen-Zeitung“.

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Ausschlaggebend sei das „zukunftsfähige Geschäftsmodell“, sagte Kirsch in dem Doppelinterview. Groß mache nicht die Bilanzsumme, „sondern die Tatsache, dass wir auf den starken Schultern der gesamten genossenschaftlichen Finanzgruppe stehen“.

Eine ordentliche Portion Eigenlob darf es aber offenbar sein, wenn sich die beiden Banken verschmelzen – im fünften Anlauf. Vier Versuche waren zuvor gescheitert, zuletzt im Jahr 2009 am Widerstand der WGZ-Eigner, den Volks- und Raiffeisenbanken.

Immerhin, Wolberg, der in den Vorstand der fusionierten DZ Bank einzieht, ist sich sicher: „Wir schnappen nicht über.“ Vielmehr wolle man „saubere Arbeit“ abliefern und den Anteilseignern keine Sorgen machen. Das Spitzeninstitut ist in erster Linie Dienstleister für seine Eigner, die deutschen Volks- und Raiffeisenbanken – die teils sehr klein sind.


Verkehrte Welt der Negativzinsen

Immerhin kommen ein Dutzend der Geldhäuser allenfalls auf eine Bilanzsumme von 50 Millionen Euro. Wirklich größere Kredite an Firmen können sie, aber auch viele andere, etwas größere Volksbanken nicht alleine stemmen. In solchen Fällen arbeiten sie mit den Zentralinstitut zusammen, auch wenn es um Kapitalmarktgeschäfte geht. Zudem berät das Spitzeninstitut die Häuser zum Beispiel bei der Anlage von Eigenmitteln.

Zugleich macht sich Kirsch, der DZ-Bank-Chef bleibt, angesichts der Niedrigzinsen in der Euro-Zone Sorgen um die Volks- und Raiffeisenbanken. Die Minizinsen drücken die Margen der Banken im Kreditgeschäft, auch mit Eigenanlagen lässt sich weniger Geld verdienen. „Die Schädigung der in der Euro-Zone weit verbreiteten Geschäftsmodelle in Kombination mit einer ausufernden Regulierung – dieser Cocktail hat das Zeug für die nächste Finanzkrise“, warnte Kirsch.

Wenn Kreditinstitute über Nacht Geld parken wollen, verlangt die Europäische Zentralbank sogar einen Strafzins. Kein schöner Zustand, findet Wolberg: „Ich fühle mich mit den Negativzinsen wie in einem Albtraum“, sagte er. Zugleich verteidigte Kirsch, dass die DZ Bank ihrerseits Strafzinsen an die Volks- und Raiffeisenbanken, die so genannten Primärbanken, weitergibt, wenn diese Geld bei ihr parken. „Die Primärbanker sind wie wir Kaufleute und wissen um den Zusammenhang zwischen Aktiv- und Passivseite“, sagte er.

An andere Stelle wurde Kirsch noch deutlicher: Das Brexit-Votum hält er für eine „Riesen-Eselei und für die Folgen eines beispiellosen Politikversagens“.

Quelle:  Handelsblatt Online
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