Geparden auf die Rote Liste: Der schnellste Jäger der Erde ist gefährdet

Geparden auf die Rote Liste: Der schnellste Jäger der Erde ist gefährdet

, aktualisiert 27. Dezember 2016, 12:37 Uhr
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Der schnelle Jäger ist akut bedroht, berichten Forscher.

Quelle:Handelsblatt Online

Einst waren Geparden in Afrika und Asien weit verbreitet, heute gibt nur noch verstreut lebende Einzel-Populationen. Und die bisherigen Schätzungen für die Zukunft sind nach Meinung von Forschern viel zu optimistisch.

LondonGeparden sind vermutlich wesentlich stärker bedroht als bislang angenommen. Nur noch knapp 7100 der Tiere lebten auf gerade einmal neun Prozent der ursprünglichen Verbreitungsfläche, berichten Forscher im Fachblatt „Proceedings“ der US-nationalen Akademie der Wissenschaften (PNAS). Sie plädieren dafür, den Gefährdungsstatus von Geparden auf der Roten Liste gefährdeter Arten der Weltnaturschutzunion (IUCN) von „gefährdet“ auf „stark gefährdet“ hochzusetzen.

Der Großteil der Raubkatzen ist in Afrika heimisch: Noch etwa 7000 Geparden (Acinonyx jubatus) streifen der Analyse zufolge vor allem südlich der Sahara durch Savannen und Steppen. In Asien – genauer im Iran – seien es weniger als 50 Tiere der Unterart Acinonyx jubatus venaticus.

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Typisch für Geparden ist das goldgelbe Fell mit schwarzer Fleckzeichnung sowie der schmale, hochbeinige Körperbau, der an Windhunde erinnert. Obwohl die Tiere eine Kopf-Rumpf-Länge von 150 Zentimetern plus 70 Zentimeter Schwanz erreichen können und ihre Schulterhöhe 80 Zentimeter betragen kann, bringen es die Raubtiere nur auf ein Gewicht von etwa 60 Kilogramm.

Der für Katzen einzigartige Körperbau ermöglicht Geparden, bei der Jagd eine Geschwindigkeit von etwa 90 Kilometern pro Stunde zu erreichen, was sie zu den schnellsten Landtieren der Welt macht. Ihre Lebensräume in Afrika sind weitreichend, zerstreut – und in vielen Fällen nicht besonders gut geschützt: Nur 23 Prozent der Lebensräume befinden sich in Schutzgebieten, wie die Wissenschaftler um Sarah Durant von der Zoologischen Gesellschaft von London berichten.

Die besonders überwachten Schutzzonen seien unzureichend, um die derzeit 33 Populationen vor dem Aussterben zu bewahren, betonen die Forscher. Zudem werde bisher nur aus den Beständen der Schutzzonen auf die künftige Entwicklung der weltweiten Geparden-Gruppen geschlossen – die Prognosen seien in daher viel zu optimistisch.


Schrumpfende Populationen

Die außerhalb der Schutzgebiete lebenden Tiere sehen die Forscher als wesentlich stärker bedroht an. Ursachen sind Konflikte mit dem Menschen, Beuteknappheit durch Überjagung, Zerstückelung und Wegfall der Lebensräume sowie illegaler Handel mit den Tieren.

In ihrer Untersuchung führten die Forscher verschiedene Modellrechnungen durch, um die Entwicklung der Gepard-Populationen unter verschiedenen Voraussetzungen vorherzusagen. Insgesamt ergaben diese Berechnungen, dass sich die Bestände in den Schutzzonen in den kommenden Jahren unrealistisch stark vergrößern müssten, um die schrumpfenden Populationen außerhalb der Schutzgebiete auszugleichen.

Deswegen endet die Studie mit einem Plädoyer für die Entwicklung eines ganzheitlichen Konzepts für eben jene schrumpfenden Populationen, das eine Koexistenz von Mensch und Tier ermögliche. Ohne entsprechende Maßnahmen, so das Fazit der Wissenschaftler, sei nicht nur das Fortbestehen von Geparden, sondern auch anderer bedrohter und ähnlich weiträumig lebender Arten zweifelhaft.

Quelle:  Handelsblatt Online
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