German Private Equity Barometer: Ein Rekord jagt den nächsten

German Private Equity Barometer: Ein Rekord jagt den nächsten

, aktualisiert 14. November 2017, 10:40 Uhr
von Peter KöhlerQuelle:Handelsblatt Online

Die Stimmung im Private-Equity-Markt ist blendend und wird getragen von einer beinahe euphorischen Zuversicht für Start-ups. Nur die hohen Preise stören das Geschäftsklima – schon das sechste Quartal in Folge.

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Die Stimmung ist eigentlich gut. Lediglich zu hohe Bewertungen verunsichern.

FrankfurtDie Hochstimmung auf dem deutschen Beteiligungsmarkt hält an. Das von der staatlichen Förderbank KfW und dem Branchenverband BVK veröffentlichte „German Private Equity Barometer (GPEB)“ hat im dritten Quartal mit 70,2 Punkten einen neuen Höchststand erreicht. Getragen wird der Zuwachs von einer fast schon euphorischen Zuversicht bei den Risikokapitalgebern für Start-ups.

Das Geschäftsklima bei diesen Venture-Capital-Fonds hat sich vor allem wegen der vorteilhaften Ausstiegs- und Fördermöglichkeiten weiter verbessert. Auch das Einsammeln neuer Gelder und das Innovationsklima werden von den Marktteilnehmern in Deutschland als sehr gut eingeschätzt. „Das beispiellos gute Fundraisingklima kommt nun auch bei den Start-ups an“, sagt Jörg Zeuner, Chefvolkswirt der KfW. Die Finanzierungsrunden würden größer, gegenüber 2012 seien sie heute mehr als doppelt so groß.

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Beteiligungskapital erfreut sich in der Niedrigzinsphase eines besonders regen Interesses seitens der institutionellen Investoren. Die Mittelzuflüsse nehmen stetig zu, aber auch das nicht investierte Kapital wächst mangels lohnender Anlagemöglichkeiten. Im dritten Quartal nahm die Zahl der Beteiligungsfonds, die ihr Fundraising abgeschlossen haben, weltweit zwar um 22 Prozent ab. Dafür nahm die Summe des eingesammelten Kapitals gegenüber der Vergleichszeit des Vorjahres aber um 43 Prozent zu, wie das Analysehaus Preqin ermittelt hat.

Im Gegensatz zu den Buy-out-Fonds für die Übernahme von etablierten Unternehmen sind die Risiken bei den Venture-Capital-Fonds größer. Allerdings sind die Pensionskassen, Family Offices, Versorgungswerke, Versicherungen und Stiftungen wegen des Renditedrucks jetzt offenbar bereit, größere Schecks zu schreiben. „Besonders erfreulich ist, dass die sehr gute Stimmung und der Zukunftsoptimismus nun auch im Venture-Capital-Bereich angekommen sind. Hier wurde in den letzten Jahren viel durch alle Beteiligte bewegt, um Deutschland bei der Start-up-Finanzierung voranzubringen“, meint Ulrike Hinrichs, geschäftsführendes BVK-Vorstandsmitglied. Trotzdem stellen die US-amerikanischen Fonds ihren Jungunternehmern je nach Finanzierungsphase fünf- bis neunmal mehr Kapital zur Verfügung.

Im sogenannten Spätphasensegment - zu dem die Buy-out-Fonds zählen - hält der Unmut über die hohen Bewertungen an, das Geschäftsklima ist aber insgesamt gut. Die Unzufriedenheit mit den verlangten Kaufpreisen nimmt jetzt schon das sechste Quartal in Folge zu. „Wer nicht die Zeit oder die Nerven hat, auf eine Reduzierung der Kaufpreise zu warten, die derzeit nicht ersichtlich ist, der muss sich auch um Neuinvestments kümmern. Auch wenn die Kaufpreise aus Käufersicht schmerzhaft hoch sind“, sagt Tobias Schneider von der Kanzlei CMS. Erleichtert werden neue Engagements durch die nahezu grenzenlose Verfügbarkeit von Krediten für Übernahmefinanzierungen. Und da, wo Banken nicht mehr mitziehen wollen, springen oftmals die privaten Kreditfonds ein, die in den vergangenen Jahren immer stärker in Erscheinung treten.

Quelle:  Handelsblatt Online
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