Geschäfte in Steueroasen: Oxfam kritisiert Banken in Europa

Geschäfte in Steueroasen: Oxfam kritisiert Banken in Europa

, aktualisiert 27. März 2017, 10:57 Uhr
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Banken machen ein Viertel ihrer Gewinne in Steueroasen, hat Oxfam errechnet.

Quelle:Handelsblatt Online

Oxfam kritisiert einige Geldhäuser scharf. Die Entwicklungsorganisation wertete die Gewinne von 20 Banken aus und kam dabei zu dem Ergebnis, dass 26 Prozent der Gewinne in Steueroasen angefallen seien.

BerlinDie Entwicklungsorganisation Oxfam hat Banken in Europa dafür kritisiert, in Ländern mit niedrigen Steuersätzen nach ihrer Ansicht auffällig viel Gewinn zu melden. Die Organisation wertete Daten der 20 größten Banken in Europa aus. Zusammengerechnet sei 2015 etwa ein Viertel ihres Gewinns vor Steuern (26 Prozent) in Steueroasen angefallen, gab die Organisation an. Die Geldhäuser hätten dort dagegen rechnerisch nur zwölf Prozent ihrer Erträge erwirtschaftet und sieben Prozent ihres Personals beschäftigt.

Die Analyse versteht unter Steueroasen Gebiete, die es zum Beispiel Unternehmen mit ihren Regelungen ermöglichen, ihre Steuerlast zu minimieren, ohne dort selbst große Teile ihres Geschäfts zu machen. Ein Merkmal sei etwa eine niedrigere Besteuerung im Vergleich zu anderen Staaten, heißt es in dem Report von Oxfam und dem Fair Finance Guide.

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Sie hätten sich Banken ausgesucht, weil dort aufgrund von Transparenzregeln viele Daten verfügbar seien. „Für die anderen Branchen sind die Daten nicht öffentlich einsehbar“, sagte ein Sprecher von Oxfam in Deutschland. Er kritisierte, auch legale Strategien zur Steuervermeidung würden zur Verschärfung der weltweiten Ungleichheit beitragen.

Dem Bericht von Oxfam zufolge wird auffällig viel Gewinn in Luxemburg und Irland gemeldet. In Irland wickelt etwa auch Apple über Tochterfirmen große Teile seines internationalen Geschäfts ab. Die EU-Kommission hatte nach jahrelanger Prüfung im Sommer befunden, die Steuervereinbarungen von Apple in Irland stellten eine unerlaubte staatliche Beihilfe dar. Der US-Konzern sollte deswegen 13 Milliarden Euro Steuern nachzahlen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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