Geschäftszahlen für 2016: Warum die Commerzbank deutlich weniger verdient

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AnalyseGeschäftszahlen für 2016: Warum die Commerzbank deutlich weniger verdient

, aktualisiert 09. Februar 2017, 08:54 Uhr
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Die Bank hat neue Zahlen vorgelegt.

Quelle:Handelsblatt Online

Von Milliardengewinnen spricht die Commerzbank schon lange nicht mehr. Mit dem Ergebnis 2016 ist der neue Chef Martin Zielke zwar nicht zufrieden, aber es reicht, um den Rivalen Deutsche Bank in die Schranken zu weisen.

Bei seiner ersten Jahresbilanz hat der neue Commerzbank-Chef Martin Zielke beinahe eine Punktlandung hingelegt. Unter dem Strich verdiente das Frankfurter Geldhaus im vergangenen Jahr 279 Millionen Euro, Analysten hatten im Schnitt mit 249 Millionen Euro Überschuss gerechnet. Zielke stufte die Zahlen als „solide“ ein – auch wenn sein Vorgänger Martin Blessing das Geschäftsjahr 2015 noch mit einem Gewinn von gut einer Milliarde Euro abgeschlossen hatte. Ursprünglich wollte der Vorstand diese Marke im laufenden Jahr wieder erreichen, doch das Management kassierte dieses Ziel schon kurz nach Blessings Abgang.

Dass die Probleme der Commerzbank noch nicht überwunden sind, zeigt Zielkes Warnung, dass das Geldhaus mit der „Ergebnisqualität noch nicht zufrieden sein“ kann. „Deshalb müssen wir unsere Strategie Commerzbank 4.0 entschlossen umsetzen. Dafür haben wir jetzt den nötigen Handlungsspielraum geschaffen und können die Transformation wie geplant angehen“, betonte Zielke.

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Hinter dem Kürzel Commerzbank 4.0 verbirgt sich der großangelegte Konzernumbau, mit dem Zielke die Bank wieder auf Kurs bringen will, weil das Geldhaus „schlicht zu wenig verdient“, wie es der ehemalige Privatkundenvorstand bei der Vorstellung des Programms im vergangenen Jahr ausdrückte. Das soll sich durch den Umbau ändern.

Commerzbank Zwischen Umbruch und Angriff

Commerzbank-Chef Martin Zielke präsentiert am Donnerstag seine erste Bilanz. Es dürfte für einen dreistelligen Millionengewinn reichen. Wichtiger ist, wie Zielkes Umbau vorankommt. Denn Analysten vermissen Perspektiven.

Abbau eines Commerzbank-Schriftzugs. Quelle: dpa

Die Bank soll vor allem kleiner werden, Kosten sparen und sich auf Privat- und Firmenkunden konzentrieren. Bis 2020 sollen dazu 9600 der zuletzt gut 45.000 Vollzeitstellen gestrichen werden. Zugleich will die Bank 2300 neue Arbeitsplätze in Einheiten im In- und Ausland schaffen.

Die Commerzbank tut sich seit Jahren schwer, die Folgen der Finanzkrise hinter sich zu lassen. Ende 2008 musste sie nach der Übernahme der Dresdner Bank vom Staat mit Milliarden an Steuergelder gerettet werden. Noch immer ist der Bund mit 15 Prozent beteiligt.

Für Zielkes Unzufriedenheit mit der „Ergebnisqualität“ im vergangenen Jahr gibt es gute Gründe: Der operative Gewinn fiel 2016 auf 1,4 Milliarden Euro, von 1,9 Milliarden Euro im Vorjahr. Als Hauptgründe nennt die Bank die herausfordernden Marktbedingungen und die anhaltenden Negativzinsen. Die Erträge vor Risikovorsorge sanken gegenüber dem Vorjahr auf 9,4 Milliarden Euro von 9,8 Milliarden Euro.

Und auch dieses Resultat war nur Dank positiver Einmaleffekte möglich. Dazu zählen zum Beispiel die Erlöse aus dem Verkauf der Anteile an Visa Europa. Außerdem profitierte das Geldhaus von der branchenweiten Einigung im Streit um Altlasten der einstigen österreichischen Krisenbank Hypo Alpe Adria. Für faule Kredite musste die Bank 2016 deutlich mehr Geld zurücklegen.

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