Gespräche über Kapitalerhöhung: Deutsche Bank prüft IPO der Vermögensverwaltung

Gespräche über Kapitalerhöhung: Deutsche Bank prüft IPO der Vermögensverwaltung

, aktualisiert 07. Oktober 2016, 08:45 Uhr
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Bild vom Hauptquartier in Frankfurt: Derzeit herrschen schwierige Zeiten für Deutschlands größtes Geldhaus.

Quelle:Handelsblatt Online

Noch vor vier Wochen hatte Deutsche-Bank-Chef John Cryan die Vermögensverwaltung einen „essenziellen Bestandteil des Geschäfts“ genannt. Doch das ist nach einem Medienbericht offenbar schon wieder Geschichte.

FrankfurtDie wegen hoher Strafzahlungen unter Druck geratene Deutsche Bank erwägt einem Medienbericht zufolge einen Börsengang ihrer Vermögensverwaltungssparte. Das Geldhaus prüfe, einen Minderheitsanteil an der Deutsche Asset Management an den Aktienmarkt zu bringen, berichtet die „Financial Times“ am Freitag auf ihrer Homepage. Mit den Erlösen könnte das renditeschwache Institut seine Kapitalbasis aufpolstern. Eine Entscheidung darüber sei aber noch nicht gefallen, schreibt die Zeitung und beruft sich dabei auf mit der Sache vertraute Personen. Die Deutsche Bank lehnte einen Kommentar ab.

Die Deutsche Bank steckt derzeit mitten im Verhandlungspoker mit den US-Behörden, um eine 14-Milliarden-Dollar-Strafe im Streit um faule Hypothekenpapiere noch zu drücken. Spekulationen über einen Verkauf der Vermögensverwaltung war Deutsche-Bank-Chef John Cryan erst Mitte September entgegengetreten. In einem Brief an die Mitarbeiter erklärte Cryan, „die Deutsche Asset Management ist und bleibt ein essenzieller Bestandteil unseres Geschäftsmodells.“

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Nach einem Bericht des Handelsblatts prüfen auch hochrangige Manager mehrerer deutscher Großkonzerne einen Rettungsplan für die Deutsche Bank. Einige der Konzerne aus dem Deutschen Aktienindex Dax würden prüfen, ob es möglich sei, sich an einer Kapitalerhöhung bei dem Geldhaus zu beteiligen, falls eine Aufstockung der Mittel bei dem Institut tatsächlich erforderlich sein sollte. Nötig sein könne ein einstelliger Milliarden-Betrag. Um welche Großkonzerne es sich handelt, schrieb die Zeitung nicht. Die Deutsche Bank wollte sich auf Anfrage nicht zu dem Bericht äußern. Die Bank muss in den USA mit einer Milliardenstrafe wegen ihres Umgangs mit Hypothekendarlehen rechnen.

Auch mit Wertpapierhäusern spreche die in Turbulenzen geratene Großbank bereits über eine mögliche Kapitalerhöhung, berichtete die Agentur Bloomberg unter Berufung auf mit den Gesprächen vertraute Personen. Führende Wall-Street-Häuser sprächen mit Vertretern der Bank über Finanzierungsmöglichkeiten wie eine Aktienemission oder Beteiligungsverkäufe.

Die Institute hätten angeboten, eine Kapitalerhöhung mit einem Erlös von bis zu fünf Milliarden Euro für die Bank abzuwickeln. Das sei die Summe, die die Großbank ohne neuen Hauptversammlungsbeschluss emittieren dürfe. Wenn wie bei der Deutschen Bank eine mögliche Kapitalerhöhung im Raum steht, ist es nicht unüblich, dass Investmentbanken ihre Dienste anbieten.

Quelle:  Handelsblatt Online
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