Goldman Sachs: Kunden außerhalb der Hedgefonds-Szene gesucht

Goldman Sachs: Kunden außerhalb der Hedgefonds-Szene gesucht

, aktualisiert 02. August 2017, 20:24 Uhr
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Die Investmentbank macht derzeit einen mehrstufigen Wandel durch.

von Frank WiebeQuelle:Handelsblatt Online

Bankchef Lloyd Blankfein räumt ein, dass sein Haus zu abhängig vom Geschäft mit Hedgefonds ist. Jetzt möchte er stärker auf andere Unternehmenskunden zugehen. Ein mehrstufiger Wandel bahnt sich an.

New YorkDer Name „Goldman Sachs“ stand lange Zeit für außerordentlichen Erfolg an den Kapitalmärkten. Doch nach den letzten beiden Quartalsergebnissen hat sich das geändert. Der langjährige Bankchef Lloyd Blankfein, der sein Haus sicher durch die Finanzkrise geführt hat, muss in US-Medien Schlagzeilen lesen, nach denen er an den Märkten schlechter abgeschnitten hat als alle wichtigen Konkurrenten. Besonders auffällig war zuletzt ein Einbruch von rund 40 Prozent im wichtigen Bereich Zinspapiere, Rohstoffe und Devisen (abgekürzt FICC).

Die gute Nachricht ist: Blankfein will das Problem mit aller Kraft angehen. „Wir wissen, was wir zu tun haben, und wir tun es“, sagte er in einem Interview mit Bloomberg TV, das ihn deutlich nervöser zeigt als bei früheren öffentlichen Auftritten. Als wichtigen Grund für das vergleichsweise schlechte Abschneiden nennt er, dass Goldman als Investmentbank relativ viel Geschäft mit Kunden macht, „die sehr aktiv handeln, wie Hedgefonds“. Andere große Banken mit Schwerpunkt auf das traditionelle Bankgeschäft haben dagegen mehr klassische Unternehmenskunden. „Wir hätten verhindern müssen, dass uns das aus der Balance gerät“, sagt Blankfein, und betont: „Wir bringen das in Ordnung.“

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Ein anderes, bereits bekanntes Problem bei Goldman ist, dass die Investmentbank nach wie vor stark im Rohstoffbereich engagiert ist, der zurzeit schlecht läuft. Hier möchte Blankfein aber durchhalten. Er sieht Rohstoffe als zyklisches Geschäft, das in Zukunft voraussichtlich wieder besser läuft.

Unabhängig von dem Interview ist zu hören, dass sich die Bank intern intensiv mit ihren Problemen beschäftigt. Dabei spielt offenbar die Frage eine Rolle, wie sie mit ihren Kunden umgeht. Ein Schwenk zu mehr Service, stärkerem Eingehen auf Kundenwünsche bahnt sich offenbar an. Das würde dazu passen, dass Goldman Kunden im Unternehmensbereich außerhalb der Hedgefonds-Szene sucht.

Letztlich macht die Investmentbank so einen mehrstufigen Wandel durch. Während früher der Eigenhandel am Kapitalmarkt eine große Rolle spielte, ist er nach den Erfahrungen der Finanzkrise und durch die darauffolgenden strengeren Auflagen deutlich eingeschränkt worden. Danach stand offenbar das Geschäft mit Hedgefonds im Mittelpunkt, die zum Teil das Handelsgeschäft übernommen haben, aus dem die Investmentbanken sich zurückzogen. Der nächste Schritt zu einer breiten Unternehmenskundschaft macht Goldman noch ein Stück mehr zu einer traditionellen Bank. Aber in dem Bereich konkurriert Blankfein mit sehr großen Häusern wie JP Morgan oder Bank of America, die eine breite Angebotspalette für Unternehmen und starke Bilanzen haben.

Nach einer Studie der Beratungsgesellschaft Boston Consulting leiden Hedgefonds mit liquiden Anlagen – also solche, die aktiv handeln – besonders stark unter dem Abfluss von Kundengeld. Das strahlt auch auf andere Branchen aus. So ist zum Beispiel zu hören, dass der Informations-Anbieter Bloomberg mit seinen Produkten speziell für Hedgefonds schon im vergangenen Jahr eine schwierige Zeit durchgemacht hat.

Quelle:  Handelsblatt Online
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