Großes Interesse an faulen HSH-Krediten

Die WirtschaftsWoche: Großes Interesse an faulen HSH-Krediten

, aktualisiert 28. Oktober 2016, 17:20 Uhr
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Radfahrer fahren am 11.11.2015 in Kiel (Schleswig-Holstein) am Schild der HSH-Nordbank vorbei. Am Nachmittag will Finanzministerin Monika Heinold weitere Informationen zur Umsetzung der Vereinbarungen mit der EU über die Zukunft der HSH Nordbank bekannt geben. Foto: Carsten Rehder/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++

Quelle:Handelsblatt Online

Die HSH leidet so stark wie kein anderes deutsches Geldhaus unter der Krise in der Schifffahrt. Beim geplanten Verkauf fauler Kredite lockt sie aber offenbar zahlreiche Interessenten an. Auch die Deutsche Bank ist dabei.

Frankfurt/LondonDie HSH Nordbank lockt beim geplanten Verkauf fauler Immobilien- und Schiffskredite Finanzkreisen zufolge zahlreiche Interessenten an. Gut 20 potenzielle Käufer seien ausgewählt worden und müssten nun zeitnah erste Angebote vorlegen, sagten mehrere mit dem Vorgang vertraute Personen am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters. Auch die Deutsche Bank habe ihre Fühler ausgestreckt. Die Investmentbank des größten deutschen Geldhauses sei besonders an Schiffskrediten interessiert und wolle diese dann rasch an andere Investoren weiterverkaufen. Beide Institute äußerten sich dazu nicht.

Die HSH muss auf Druck der EU bis 2018 verkauft oder abgewickelt werden und hat mit den Behörden vereinbart, zuvor Kredite mit einem Nominalvolumen von 3,2 Milliarden Euro loszuschlagen. Damit die Investoren etwas mehr Auswahl haben, hat die Hamburger Landesbank Insidern zufolge ein Kreditportfolio von vier Milliarden Euro ins Schaufenster gestellt – der Löwenanteil davon ist ausfallgefährdet. Insgesamt entfallen rund zwei Milliarden Euro auf Immobilienkredite, knapp eine Milliarde Euro auf Flugzeugfinanzierungen und jeweils rund 500 Millionen Euro auf Schiffskredite und Energie-Projekte.

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Interessiert an den Papieren sind neben der Deutschen Bank Finanzkreisen zufolge auch Credit Suisse und Citi sowie die Finanzinvestoren KKR, Apollo und Oaktree. Letztere kaufen ausfallgefährdete Kredite regelmäßig mit einem Abschlag und setzen darauf, diese später zu einem besseren Preis weiterzureichen. Finanzinvestoren profitieren auch davon, dass sie für faule Kredite nicht so viel Eigenkapital beiseitelegen müssen wie streng regulierte Banken. Credit Suisse, Citi, Oaktree und KKR wollten sich nicht äußern, von Apollo war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

HSH-Vorstandschef Stefan Ermisch hatte sich Ende August zuversichtlich gezeigt, dass die Bank das 3,2 Milliarden Euro schwere Kreditportfolio bis Mitte nächsten Jahres losschlagen kann. Die Erwartung sei, dass die erste Hälfte davon noch in diesem und die zweite Anfang nächsten Jahres verkauft werde, sagte eine mit dem Verkaufsprozess vertraute Person. Für die HSH ist es von großer Bedeutung, dass sie die faulen Kredite loswird, bevor sie sich selbst ins Schaufenster stellt.

Die HSH leidet so stark wie kein anderes deutsches Geldhaus unter der Krise in der Schifffahrt. Die Branche steht wegen Überkapazitäten seit über acht Jahren unter Druck. Zuletzt hat sich die Situation noch einmal verschärft, weil der Welthandel wegen des geringeren Wachstums in China schwächelt. Die weltweit siebtgrößte Containerreederei Hanjin aus Südkorea meldete Ende August Insolvenz an.

Viele Banken wollen angesichts der Misere Schiffskredite verkaufen – unter anderem die die Commerzbank, die NordLB und Insidern zufolge auch die Deutsche Bank. Im ersten Halbjahr ist am Sekundärmarkt für Schiffe Insidern zufolge jedoch kaum etwas passiert – nun gebe es aber Bewegung. „Manche Finanzinvestoren haben zu früh begonnen, in den Schiffsmarkt zu investieren, und sich die Finger verbrannt“, sagt ein hochrangiger Banker. „Aber es gibt andere Private-Equity-Investoren, die jetzt mit den Füßen scharren. Sie sind der Meinung, dass der Markt den Boden gefunden hat.“

Quelle:  Handelsblatt Online
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