Haglöfs Gram Spike II GT im Test: Spikes für Jogger

Haglöfs Gram Spike II GT im Test: Spikes für Jogger

, aktualisiert 22. Januar 2016, 08:12 Uhr
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Trägt sich vom Start weg problemlos – und drückt nicht.

von Joachim HoferQuelle:Handelsblatt Online

Der Winter ist da, doch Läufer braucht das nicht zu schrecken: Haglöfs bietet einen Laufschuh mit kleinen Dornen aus Metall. An dem Schuh gibt’s nichts auszusetzen – ein Bestseller wird das Modell trotzdem nicht.

MünchenMontagabend, halb acht. Der Garten ist tief verschneit, das Thermometer am Wohnzimmerfenster zeigt minus sechs Grad. Zeit, die Heizung hochzudrehen, ein Buch in die Hand zu nehmen und eine Tasse Tee zu genießen.
Oder eine gute Gelegenheit, die Laufschuhe rauszuholen und eine Runde durch den winterlichen Park zu drehen. „Spinnst du“, empört sich meine Frau. „Erinnerst du dich nicht an den Nachbar, der sich damals auf einer Eisplatte den Arm gebrochen hat?“

Richtig, da war doch was. Aber das ist lange her, inzwischen hat die Sportindustrie für jedes Wetter die passende Ausrüstung. So wie Haglöfs: Die schwedische Outdoor-Marke hat robuste Laufschuhe mit Spikes im Programm. Die kleinen Dornen aus Metall des Gram Spike II GT sind über die gesamte Sohle verteilt und sorgen damit auch bei rutschigem Untergrund für einen festen Stand.

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Zugegeben, zwei Monate schlummerten die in tiefstem schwarz gehaltenen Schuhe im Karton. Viel zu warm war es in ganz Deutschland. Erst mit dem jüngsten Kälteeinbruch ergab sich die Gelegenheit, sie einmal auszuprobieren. Siehe da: Das Konzept geht auf. Zehn Kilometer auf Eis und Schnee, den Rodelhügel rauf und wieder runter, ohne einmal auch nur ansatzweise auszurutschen.

Und nicht nur das: Der Gram Spike trägt sich vom Start weg problemlos, er drückt nicht, ist weder zu dünn noch zu dick, und sieht dazu noch schick aus. Mit 311 Gramm hält sich das Gewicht in Grenzen, und die Membran von Gore-Tex sorgt für trockene Füße.

Es ist natürlich kein Zufall, dass Schuhe mit Spikes aus Schweden kommen. Hoch oben im Norden sind die Winter einfach härter als in Mitteleuropa. Deshalb sitzt dort mit Icebug auch der wichtigste Wettbewerber von Haglöfs. Doch die Traditionsmarke hat einen Vorteil: Sie gehört zu Asics, dem bekanntesten Laufschuh-Anbieter der Welt. Und so stammt denn auch die Sohle aus den Werkstätten der japanischen Spezialisten.


Auf Asphalt geht jegliche Bodenhaftung verloren

„Was ein Luxus“, meint meine Tochter, als sie die Schuhe sieht, und schiebt hinterher: „Wer braucht denn so was?“ In der Tat: Eine Skitour wäre bei der Witterung angemessen. Nur: Wer wohnt schon am Tegernsee oder in Oberstdorf und hat die Berge hinterm Haus?

Dazu kommt: Allzu viele Tage gibt es jenseits der bayerischen Alpentäler meist nicht, an denen diese Schuhe zum Einsatz kommen. Denn sie lassen sich wirklich nur dann tragen, wenn die Wege komplett mit Schnee oder Eis bedeckt sind.

Auf Asphalt nutzen sich die Spikes viel zu schnell ab und es geht jegliche Bodenhaftung verloren – vom Nerv tötenden Klick-Klack ganz zu schweigen. Zu viel der weißen Pracht wiederum ist ebenso schlecht, weil es sich um Halbschuhe handelt. Wer also über Wiesen und Felder tiefen Schnee jagt, der ist mit knöchelhohen Stiefeln besser beraten.

Andererseits: Wer wirklich immer joggen mag, egal wie kalt und ungemütlich es draußen gerade ist, wer einen sicheren Stand haben will, der kommt um Schuhe dieser Art nicht herum.

Wird das Modell deshalb zum Bestseller zwischen Hamburg und München? Gewiss nicht, dazu ist es in Mitteleuropa normalerweise zu mild. Mit Regenjacken, Wanderhosen und Rucksäcken verdient Haglöfs in Deutschland ungleich mehr. Aber Spaß macht der Gram Spike II GT allemal. Die unverbindliche Preisempfehlung liegt bei 170 Euro.

Quelle:  Handelsblatt Online
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