Handelsblatt-Jahrestagung Cybersicherheit: Wenn ein Bewerber den Schaden bringt

Handelsblatt-Jahrestagung Cybersicherheit: Wenn ein Bewerber den Schaden bringt

, aktualisiert 21. November 2016, 16:29 Uhr
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Immer öfter verbergen sich in vermeintlich harmlosen Mails Schadprogramme.

von Dana HeideQuelle:Handelsblatt Online

Bei der Handelsblatt-Jahrestagung Cybersecurity in Berlin fordert der IT-Beauftragte der Bundesregierung eine stärkere Kooperation von Staat und Wirtschaft. BSI-Chef Schönbohm mahnt dazu, das Thema höher aufzuhängen.

BerlinNein, die Nummer 114 oder 113 habe er noch nicht reserviert, sagt Arne Schönbohm, Chef des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Kurz zuvor hatte er bei der Handelsblatt-Tagung Cybersecurity in Berlin die Pläne seiner Behörde erläutert, eine Mobile Eingreiftruppe (MIRT) von IT-Spezialisten aufzustellen, die bei Cyberangriffen Staat und Wirtschaft spontan unterstützen soll – ganz wie eine Feuerwehr, die bei Anruf kommt, wenn's brennt. Nur eben ohne eigene Telefonnummer.

Die Lage ist alarmierend. Allein die Zahl der Ransomware-Angriffe – also Attacken aus dem Netz, bei denen Schadprogramme Daten verschlüsseln und sie erst nach Zahlung eines Lösegeld wieder entschlüsselt werden – sei im ersten Halbjahr 2016 um den Faktor 55 gestiegen, stellte das BSI jüngst fest. Dabei werden nicht einmal alle Angriffe entdeckt, warnte Schönbohm.

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„Die Angreifer werden immer professioneller“, warnte Klaus Vitt, IT-Beauftragter der Bundesregierung und Staatssekretär im Bundesinnenministerium. Es sei längst nicht mehr der vermeintliche Prinz, der seinem Opfer eine E-Mail schreibt und so den Empfänger dazu bewegt, auf einen Schaden verursachenden Link zu klicken, erklärte BSI-Chef Schönbohm. Eine Pishing-Mail sei heute etwa getarnt als Initiativbewerbung mit Unterlagen im Anhang.

Um der neuen Gefahr zu begegnen, müsse die Zusammenarbeit von Staat und Wirtschaft „deutlich intensiviert werden“, mahnte der IT-Beauftragte Vitt. Erst Anfang des Monats hatte die Bundesregierung ihre neue Cybersicherheitsstrategie vorgestellt. Diese habe zwei Ziele, erläuterte Vitt: Zum einen die Verbesserung der Prävention, zum anderen die bessere Erkennung und Abwehr von Cyberangriffen.

Zu den wesentlichen Teilen der Strategie gehöre die engere Zusammenarbeit von BSI und Unternehmen, die Einrichtung von mobilen Einsatzteams, die im Fall von Cyberangriffen zum Beispiel Betreibern kritischer Infrastrukturen zur Hilfe kommen sollen, sowie die stärkere Kooperation mit IT-Sicherheitsdienstleistern. Auch der Informationsaustausch zwischen den staatlichen Behörden solle verbessert werden. Das Ziel sei, jeden Tag ein aktuelles Lagebild zu Cyberangriffen zu erstellen.

„Ohne Cybersicherheit wird die Digitalisierung nicht erfolgreich verlaufen“, warnte BSI-Chef Schönbohm. Er rief die Unternehmen dazu auf, das Thema zur Chefsache zu machen. Man könne sich nicht zu Hundert Prozent absichern, es gehe vielmehr um ein „vernünftiges Risikomanagement“.

Das Thema müsse jedoch auf der Top-Ebene verankert werden, das sei bei der Digitalisierung das entscheidende Thema. IT-Sicherheit sei ein bedeutender Standort- und wachsender Wirtschaftsfaktor.

Quelle:  Handelsblatt Online
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