Hans-Walter Peters: Bankenpräsident fürchtet um deutsche Bankenlandschaft

Hans-Walter Peters: Bankenpräsident fürchtet um deutsche Bankenlandschaft

, aktualisiert 15. August 2016, 17:35 Uhr
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Der Chef des Bankenverbandes BdB glaubt, dass es innerhalb der privaten und Genossenschaftsbanken sowie den Sparkassenwerde zu Zusammenschlüssen kommt. Aber auch grenzüberschreitende Fusionen schließt er nicht aus.

Quelle:Handelsblatt Online

Das deutsche Bankenmodell sieht der Bankenverband BdB in Gefahr. Zwar glaubt Präsident Hans-Walter Peters nicht an flächendeckende Negativzinsen für Privatkunden, dafür werde es an anderer Stelle teurer.

FrankfurtDer Bankenverband BdB sieht wegen der Niedrigzinsen die Drei-Säulen-Struktur der deutschen Kreditbranche bedroht. „Wir werden das deutsche Modell so nicht halten können“, sagte Präsident Hans-Walter Peters der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Montag). Es werde zu einer Konsolidierung kommen.

Das deutsche Bankenmodell mit privaten Banken, Genossenschaftsbanken und Sparkassen habe den „riesigen Vorteil“, auf die Bedürfnisse von unterschiedlich großen Unternehmen eingehen zu können. Doch die deutschen Geldhäuser litten besonders unter den Niedrigzinsen, da ihr Geschäft viel stärker am Zins hänge als anderswo, sagte Peters.

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Es werde zunächst innerhalb der Säulen zu Zusammenschlüssen kommen. Peters schloss aber auch grenzüberschreitende Fusionen nicht aus. Dabei seien Universalbanken mit einem breiten Angebot gegenüber Spezialinstituten im Vorteil.

Problematisch sei, dass die Banken trotz der guten Konjunktur unter Druck stünden. „Wenn sich der negative Zins nachteilig auf die Banken auswirkt, hat das auch negative Folgen für die Konjunktur“, sagte Peters. An einer starken Wirtschaft mit starken Banken müsse auch die Europäische Zentralbank ein Interesse haben.

Flächendeckende Negativzinsen für Privatkunden könne er sich aber nicht vorstellen: „Der Wettbewerb unter den Banken und Sparkassen ist in Deutschland viel zu groß dafür. Am Ende wird es jedes Institut für sich entscheiden müssen.“ Indes werde es an anderer Stelle für die Kunden teurer. „Man wird es nicht vermeiden können, Gebühren für Produkte zu verlangen, die bisher für die Kunden kostenlos waren, wenn sie für die Banken Kosten verursachen.“

Quelle:  Handelsblatt Online
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