Haspa: So geht es Deutschlands größter Sparkasse

Haspa: So geht es Deutschlands größter Sparkasse

, aktualisiert 29. Februar 2016, 13:29 Uhr
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Die Haspa hat an diesem Montag ihre Zahlen für das Jahr 2015 vorgelegt.

von Frank Matthias DrostQuelle:Handelsblatt Online

Die Hamburger Sparkasse hat Zahlen für 2015 vorgelegt. Chef Harald Vogelsang beschäftigt sich momentan neben dem Alltagsgeschäft vor allem mit Flüchtlingskonten. Dabei spart er nicht mit Kritik an der Konkurrenz.

HamburgDie Hamburger Sparkasse (Haspa) hat mittlerweile 6000 Flüchtlingskonten eingerichtet – mit steigender Tendenz. „Das beschleunigt sich deutlich“, sagte Harald Vogelsang, Chef von Deutschlands größter Sparkasse, auf der Bilanzpressekonferenz seines Instituts am Montag in Hamburg. Allerdings vermisse er das Engagement der Konkurrenz: „Wir haben das Gefühl, dass wir die einzigen sind. Das ist nicht in Ordnung“.

Sparkassen-Präsident Georg Fahrenschon bezifferte die von Sparkassen eingerichteten Flüchtlingskonten in einem Gespräch mit dem Handelsblatt auf mehr als 100.000. Private Banken seien jedoch kaum darunter. Diese verwiesen auf die Schwierigkeiten bei der Identifizierung von Flüchtlingen. Man könne nicht ausschließen, dass durch Flüchtlingskonten künftig eine Art von Terrorfinanzierung betrieben werde, heißt es. Das könnte in letzter Konsequenz zu internationalen Sanktionen führen. Dagegen seien Sparkassen durch ihre Träger verpflichtet, Gemeinwohlaufgaben zu übernehmen, argumentieren die privaten Banken. Hier hakte Vogelsang ein: „Wir sind eine freie Sparkasse und kein Träger verlangt das von uns. Wir tun es trotzdem und es wäre schön, wenn sich andere beteiligen würden.“

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Nicht nur die Konkurrenz wurde Vogelsang, dessen Institut über eine Bilanzsumme von 42, 6 Milliarden Euro verfügt, kritisiert. Von der Bargelddebatte halte er ebenfalls wenig: „Die Welt ist kompliziert genug, da muss die Politik nicht für neue Verunsicherung sorgen“. Bargeld bedeute auch individuelle Freiheit.

Das Bundesfinanzministerium hatte sich für eine Bargeldobergrenze von 5000 Euro ausgesprochen und damit Spekulationen über eine Abschaffung des Bargeldes insgesamt ausgelöst. Für Vogelsang hänge allerdings die Nachfrage nach Schließfächern mit dieser Debatte nicht unmittelbar zusammen. 200.000 Kunden hätten bei der Haspa Schließfächer. Seit Ausbruch der Finanzmarktkrise sei ein steigendes Interesse zu verzeichnen.


Kein Interesse an HSH Nordbank

Kein Interesse habe sein Institut an der zum Verkauf stehenden HSH Nordbank. Aber schlecht machen wollte Vogelsang die Landesbank, die Schleswig-Holstein und Hamburg gehört, auch nicht. „Wir sehen sie als wertvollen Bestandteil in der Landesbankenlandschaft“.  Sie gehöre zu den wenigen Instituten, die ihren Sitz in Hamburg und Kiel haben und bei denen vor Ort  Entscheidungen getroffen würden. „Wir haben kein Interesse daran, dass die HSH von der Bildfläche verschwindet. Im Gegenteil, wir hoffen, dass die Bank eine gute Zukunft hat“, so Vogelsang.

Das abgeschlossene Jahr schloss die Sparkasse mit einem Ergebnis von 80 Millionen Euro ab, das damit auf Vorjahresniveau blieb. 2016 soll es ähnlich weitergehen. Trotz Dauerniedrigzinsen konnte die Haspa ihren Zinsüberschuss um zehn Prozent auf 745 Millionen Euro steigen, was teilweise auf Beteiligungserträge zurückzuführen war. Negativzinsen seien derzeit kein Thema. „Für private Kunden und Firmenkunden gibt es keine Negativzinsen. Wir hoffen, dass wir dabei bleiben können“, so Vogelsang.

Nur kleine Fortschritte konnte die Haspa bei der Effizienz erzielen. Die Cost-Income-Ratio konnte lediglich um 0,4 Prozentpunkte auf 77,8 Prozent verringert werden. Während die Spitzeninstitute 60 Cent und weniger bei der Haspa knapp 80 Cent.

Aber es gibt keinen Träger, der sich groß darüber aufregt. Die Anteile der Haspa liegen bei der Haspa Finanzholding. Die Holding hat die Rechtsform einer juristischen Person des alten Hamburger Rechts. Das hängt damit zusammen, dass das Kapital des Instituts seinerzeit nicht von den Gründern zur Verfügung gestellt wurde, sondern es die Sparkasse selbst erwirtschaftete. Damit gehört sich das Institut sozusagen selbst.

Quelle:  Handelsblatt Online
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