Heta-Deal vor dem Aus: Pleite Kärntens wäre nur ein kleines Problem

Heta-Deal vor dem Aus: Pleite Kärntens wäre nur ein kleines Problem

, aktualisiert 10. März 2016, 16:59 Uhr
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Für die Gläubiger sei es bilanztechnisch besser, das Angebot Kärntens anzunehmen, sagt Bernhard Felderer.

Quelle:Handelsblatt Online

Unkonventionell, aber langfristig kein Problem: Der oberste Schuldenberater Österreichs sieht ein Platzen des Heta-Deals gelassen. Denn eine Verpflichtung für Österreich, das Bundesland zu retten, gebe es nicht.

WienEine drohende Pleite des österreichischen Bundeslandes Kärnten nach einem möglichen Scheitern des Heta -Deals wäre nach Ansicht eines Beraters nur ein kurzfristiges Problem. „Es ist ein unkonventionelles Vorgehen, das kurzfristige Verwerfungen auf den Finanzmärkten bewirken würde, langfristige Probleme würden sich daraus nicht ergeben“, sagte der oberste Schuldenberater Österreichs, Bernhard Felderer, dem „Wirtschaftsblatt“ (Donnerstagausgabe). Dass es ein Leben nach der Zahlungsunfähigkeit gibt, hätten schon einige europäische Länder bewiesen.

Felderer, Präsident des Fiskalrates, erwartet, dass die Heta-Gläubiger das Angebot Kärntens trotz Bedenken in letzter Sekunde annehmen werden. Tun sie das, gäbe es die volle Rückzahlung erst in vielen Jahren. Scheitert es, fallen laut Felderer enorme Anwalts- und Gerichtskosten an. Schon alleine deswegen sei eine Annahme bilanztechnisch der bessere Weg, sagte der Ökonom.

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Am Freitagnachmittag läuft die Angebotsfrist von Kärnten an die Gläubiger der Hypo-Nachfolgesellschaft Heta zum Rückkauf der Anleihen mit Landeshaftung ab. Das Bundesland haftet für knapp elf Milliarden Euro, sieht sich aber nicht in der Lage, das Geld vollständig zurückzuzahlen. Den Investoren wurde ein Angebot zum Rückkauf der Papiere mit einem Abschlag gemacht. Viele Gläubiger pochen aber darauf, ihr Geld vollständig zurückzubekommen. Scheitert die Offerte, droht Kärnten die Insolvenz.

Einige Gläubiger rechnen aber damit, dass Österreich das Bundesland nicht pleitegehen lässt. Laut Felderer sei ein Einspringen des Bundes jedenfalls nicht zwingend erforderlich. Österreich agiere bei der Zahlungsunfähigkeit wie die USA und nicht wie Deutschland, sagte der Ökonom. Während in Deutschland etwa bei der Pleite von Bremen der Bund automatisch habe einspringen müssen, sei eine Zahlungsunfähigkeit Kärntens wie die Pleite von Detroit 2013 zu werten.

Quelle:  Handelsblatt Online
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