Hitzewelle in Deutschland: So trotzen Sie der Hitze

Hitzewelle in Deutschland: So trotzen Sie der Hitze

, aktualisiert 19. Juni 2017, 12:24 Uhr
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Pünktlich zum kalendarischen Sommerbeginn klettern hierzulande die Temperaturen.

Quelle:Handelsblatt Online

Deutschland steht eine heiße Woche bevor. Pünktlich zum kalendarischen Sommerbeginn am kommenden Mittwoch klettern die Temperaturen mancherorts bis auf 35 Grad. Wie Sie am besten mit der Hitze umgehen.

BerlinDeutschland steht am Anfang einer heißen Woche. Hoch „Concha“ sorgt dafür, dass sehr warme Luft nach Deutschland fließt. Pünktlich zum kalendarischen Sommerbeginn am kommenden Mittwoch klettern die Temperaturen verbreitet bis auf 35 Grad.

Schon für diesen Montag erwartet der Deutsche Wetterdienst (DWD) Werte jenseits der 30-Grad-Marke. Nur im Norden bleibt es mit 20 bis 25 Grad etwas kühler. Begleitet wird die Hitze von teilweise kräftigen Gewittern, die sich vor allem über der Alpenregion entladen können.

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Mit den Temperaturen steigen auch die Werte der potenziell hautschädlichen UV-Strahlung. Der UV-Index dürfte in den kommenden Tagen einen Höchstwert von 9 erreichen, warnt DWD-Meteorologe Christoph Hartmann. Bei Werten zwischen 8 und 10 gelten die UV-Gefahren als sehr hoch. Experten raten daher, Aufenthalte im Freien zu minimieren. Wer das nicht kann, sollte sich möglichst im Schatten aufhalten.

UV-Strahlung kann die Haut schon schädigen, ehe ein Sonnenbrand erkennbar wird. Deshalb sollte die Haut mit Sonnencreme (hoher Lichtschutzfaktor!) und Kleidung geschützt werden. Da auch die Augen von UV-Strahlung angegriffen werden können, empfiehlt sich das Tragen einer Sonnenbrille.

Generell sind die körperlichen Belastungen unter dem Einfluss sommerlicher Hitze hoch. „Wenn man die gefühlte Temperatur, also die Auswirkungen der Schwüle mitberücksichtigt, werden weite Teile Deutschlands unter einer gefühlten Hitzewelle stöhnen“, so DWD-Meteorologe Hartmann.

Tatsächlich wirkt sich schwüles Wetter belastend auf unser körpereigenes Kühlsystem aus: Die feuchtwarme Luft kann kaum noch Feuchtigkeit aufnehmen, sodass der Schweiß nicht mehr verdunstet. Damit fehlt aber auch die erfrischende Kühle, die bei der Verdunstung entsteht; der Schweiß bleibt auf der Haut und wir fühlen uns unangenehm verschwitzt. Verstärkt wird das Unwohlsein noch durch ein Gefühl der Erschöpfung, weil unser Kreislauf zurückfährt, damit der Körper nicht noch mehr Wärme produziert.


Tipps für den Umgang mit der Hitze

Ganz hilflos sind wir den Einwirkungen von Hitze und Schwüle aber nicht ausgeliefert. Die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW ) hat angesichts der aktuellen Wetterlage ein paar Tipps zusammengestellt, um sich bei Hitze und hoher Luftfeuchtigkeit wohler zu fühlen.

Mehr trinken – von leicht gekühlt bis lauwarm

Trinken ja – aber nicht unbedingt Eisgekühltes. „Besser erfrischen leicht gekühlte bis lauwarme Durstlöscher“, erklärt Grita Schedlbauer von der BGW. Die Medizinerin empfiehlt Leitungs- oder Mineralwasser und ungesüßten Kräuter- oder Früchtetee. „Und davon bitte bei Hitze noch reichlicher trinken als sonst.“

Denn Flüssigkeitsmangel schwächt den Kreislauf und damit die Versorgung der Organe. Außerdem droht eine Erkältung, wenn die Schleimhäute antrocknen und dann Viren und Bakterien nicht mehr so gut abwehren können.

Die Haut maßvoll kühlen

Eine eiskalte Dusche bringt keine nachhaltige Abkühlung, denn sie treibt den Kreislauf und damit die Wärmeproduktion an. Wirkungsvoller ist das maßvolle Kühlen einzelner Körperteile, das den Organismus nicht irritiert. „Dazu kann man beispielsweise immer mal wieder kaltes Wasser über die Hände und Handgelenke laufen lassen“, so BGW-Expertin Schedlbauer. „Das lässt sich auch im Arbeitsalltag einrichten.“

Luftige Kleidung tragen

Enge Kleidung, womöglich aus Kunstfasern, staut die Körperwärme auf. Besser ist bei heißem Wetter eine lockere Garderobe aus Baumwolle oder Leinen. Sie lässt Luft an die Haut und nimmt überschüssigen Schweiß auf.

„Sicherheit geht allerdings vor“, mahnt Schedlbauer. „Während sich der Krawattenzwang im Büro ohne Probleme lockern lässt, geht an erforderlicher Schutzausrüstung auch bei Hitze kein Weg vorbei. Da helfen dann nur Klimaanlagen und Sonnenschutzeinrichtungen – oder das Ausweichen auf kühlere Arbeitszeiten.“


Blitz und Donner leiten das Ende der Hitzewelle ein

Für leichten Luftzug sorgen

Ventilatoren bringen die Luft in Bewegung. Dadurch kommt unsere Haut mit mehr Luftteilchen in Kontakt und kann mehr Feuchtigkeit abgeben als ohne leichte Brise. „Doch Vorsicht“, so Schedlbauer. „Wer sich zu starkem Zug aussetzt, riskiert trockene Schleimhäute und dadurch Erkältungen.“

Den Tagesrhythmus anpassen

Wer kann, sollte bei heißem und schwülem Wetter größere Anstrengungen vermeiden oder in die kühleren Tageszeiten verlegen. Wo das nicht möglich ist, lindern kurze Verschnaufpausen die Belastung. Rat der Medizinerin: „Bei Kreislaufproblemen legt man am besten zwischendurch immer mal wieder die Beine hoch.“

Übrigens: Wer sich trotz aller Tipps nach kühleren Temperaturen sehnt, für den halten die Meteorologen gute Nachrichten bereit. Schon am Mittwoch tauchen in Teilen Deutschlands Vorboten eines Wetterwechsels auf. Eine Mischung aus Kalt- und Warmfront sorgt dann zwischen Flensburg (20 Grad) und Freiburg (35 Grad) für einen Temperaturunterschied von 15 Grad. Blitz und Donner dürften dann zum nächsten Wochenende hin die Hitzewelle erst einmal beenden.

Quelle:  Handelsblatt Online
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