Hohe Gewinne, kaum Dividenden: Sparkassen geizen bei Ausschüttungen

Hohe Gewinne, kaum Dividenden: Sparkassen geizen bei Ausschüttungen

, aktualisiert 05. Juli 2016, 13:36 Uhr
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Die meisten Sparkassen könnten sich eine Ausschüttung an ihre Träger leisten – doch nur ein Bruchteil tut es auch.

von Elisabeth AtzlerQuelle:Handelsblatt Online

Die Sparkassen könnten mehr Geld an ihre Trägerkommunen ausschütten. Das Finanzpolster wäre bei den allermeisten Institute groß genug, stellt die Bundesbank in einer Studie fest. Doch vor allem die Schwaben knausern.

FrankfurtOb eine Sparkasse Geld an ihre Trägerkommune weiterreicht, ist spätestens seit dem Streit um die Ausschüttung der Stadtsparkasse Düsseldorf eine viel diskutierte Frage. In Düsseldorf zofften sich Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) und Sparkassenchef Arndt Hallmann über Monate hinweg: Geisel wollte nicht akzeptieren, dass die Stadt von einem hohen Gewinn der Sparkasse nur wenig abbekommt. Hallmann wollte mit den Mitteln die Reserven des Geldhauses stärken.

In Düsseldorf habe sich die Kontrahenten – auch die Gegenspieler im Verwaltungsrat – kürzlich geeinigt. Die Sparkasse schüttet 25 Millionen Euro für zwei Jahre aus. Hoffnung auf so viel Geld können sich die allermeisten deutschen Kommunen, die als Träger quasi Eigentümer der Sparkassen sind, nicht machen. Denn die meisten der öffentlich-rechtlichen Institute schüttet gar nichts aus.

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Laut einer Studie der Bundesbank schütteten im Jahr 2012 nur 140 von 418 Sparkassen aus, also ein Drittel der Geldhäuser. Dabei hätten theoretisch so gut wie alle Sparkassen sich eine Ausschüttung leisten können. Ausschüttungsfähig waren der Untersuchung zufolge jedenfalls 398.

Immerhin ist die Zahl der Sparkassen, die ausschütten, in den Jahren 2003 bis 2012 gestiegen. 2002 reichten etwa 70 Institute Mittel an ihre Trägerkommunen weiter. Zudem schütteten sie gemessen am Nettogewinn etwas mehr aus. Mit den übrigen Mittel haben die Geldhäuser ihr Eigenkapital gestärkt. Schließlich werden auch die Anforderungen an dieser Stelle immer höher. Die Banken sollen so sicherer werden und besser gegen Krisen gewappnet sein.


Geldsegen für die Kommune versus Sicherheit für die Sparkasse

Die Zahlen der Bundesbank-Studie sind zwar älter, an der Tendenz dürfte sich aber nichts geändert haben. Zumal es eine feste Regel für die Höhe der Ausschüttung und die Frage, ob eine Sparkasse überhaupt ausschüttet, nicht gibt. Während einige Geldhäuser seit Jahren Millionen an ihre Kommune überweisen, schütten andere nie aus. Dabei agieren die Sparkassen regional sehr unterschiedlich. Die Sparkassen in Baden-Württemberg knausern traditionell.

Die Sparkassen in Nordrhein-Westfalen geben vergleichsweise viel. Nach Daten, die dem Handelsblatt vorliegen, schütteten die NRW-Sparkassen 2013 rund 130 Millionen Euro aus. Bundesweit lagen die Ausschüttungen damals bei 243 Millionen Euro. Vor allem die Sparkassen in Niedersachsen und Baden-Württemberg knauserten.

Die Sparkassen verweisen oft auf ihr Gesamtengagement. In der Tat geben sich die meisten Institute bei Spenden und Sponsoring weitaus großzügiger. Sie argumentieren zudem, dass die Kommunen als Träger ihrerseits kein Geld in die Sparkassen gesteckt hätten.

Kritiker monieren hingegen, dass Spenden und Sponsoring sich anders als Ausschüttungen der Kontrolle der gewählten Stadt- oder Gemeindevertretung entziehen und die Mittelvergabe im kleinen Kreis geregelt wird.

Quelle:  Handelsblatt Online
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