ICBC – Industrial and Commercial Bank of China: So wenig verdient der Chef der weltgrößten Bank

ICBC – Industrial and Commercial Bank of China: So wenig verdient der Chef der weltgrößten Bank

, aktualisiert 05. April 2016, 11:50 Uhr
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Eine staatlich verordnete Gehaltsreform reduziert sein Gehalt drastisch.

Quelle:Handelsblatt Online

Die weltgrößte Bank nach Bilanzsumme sitzt in China. Ihr Chef Jiang Jianqing verdient aber nur einen Bruchteil dessen, was westliche Finanzmanager jährlich einstreichen. Denn die Regierung hat heftig durchgegriffen.

Peking/DüsseldorfIn den vergangenen zehn Jahren ist das Durchschnittsgehalt eines Vorstands der Deutschen Bank um satte 60 Prozent geschrumpft. 2,9 Millionen Euro gab es im vergangenen Jahr „nur“ noch für die Mitglieder des Spitzengremiums, wie eine Analyse des Handelsblatts kürzlich zeigte. Vor allem liegt das daran, dass die Firmenlenker auf einen Bonus verzichteten – nach einem Jahresverlust von 6,8 Milliarden Euro.

In China haben die Verwaltungsratschefs der größten Bank einen ähnlichen Gehaltsschnitt verkraftet, allerdings innerhalb nur eines Jahres und auf einem anderen Niveau. Die Verwaltungsratschefs und Vorstände verdienten bei den größten fünf chinesischen Geldhäusern im vergangenen Jahr 50 Prozent weniger als noch 2014. Eine staatlich angeordnete Gehaltsreform für die Vergütung der Vorstandchefs von Staatsunternehmen zeigt Wirkung.

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Für Jiang Jianqing, Chairman des nach Bilanzsumme weltgrößten Kreditinstituts Industrial and Commercial Bank of China (ICBC), verdiente nur noch umgerechnet knapp 75.000 Euro, wie aus dem Geschäftsbericht hervorgeht. Das entspricht einem Minus von 52 Prozent. Und mit dem neuen Gehalt verdient Jainqing gerade einmal 0,3 Prozent des Gehalts von Jamie Dimon, dem Vorstandschef der US-Großbank JP Morgan – oder eben 2,5 Prozent dessen, was durchschnittlich ein Deutsche-Bank-Vorstand verdiente.

Ein ähnlicher Gehaltseinbruch droht den Bossen von 72 weiteren großen chinesischen Staatsfirmen, wie etwa Petro China oder China Mobile. Die Regierung in Peking will Unternehmen in Staatsbesitz reformieren und streicht dabei auch die Gehälter zusammen.

Die Einbrüche beim Lohn gehen bei den Kreditinstituten mit einem deutlich schwächeren Gewinnwachstum einher. Den Banken machen vor allem Zinskürzungen und Kreditausfälle zu schaffen. Die nach den USA zweitgrößte Volkswirtschaft leidet unter einem deutlich abgeflauten Wirtschaftswachstum, das die Regierung mit Reformen zu stützen versucht.

Wang Hongzhang, Verwaltungsratschef des zweitgrößten chinesischen Geldhauses China Construction Bank, verdiente 2015 weniger als 82.000 Euro und damit ebenfalls halb so viel wie 2014. Die Chefs der Agricultural Bank of China, Bank of China und Bank of Communications traf es genau so stark.

Quelle:  Handelsblatt Online
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