Immobilienentwickler Dalian Wanda: Chinesen haben Interesse an der Postbank

Immobilienentwickler Dalian Wanda: Chinesen haben Interesse an der Postbank

, aktualisiert 13. Februar 2017, 08:41 Uhr
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Das Logo der Postbank hängt vor einer Filiale. Die Tochter der Deutschen Bank ist offenbar ins Visier chinesischer Investoren geraten.

Quelle:Handelsblatt Online

Der chinesische Immobilienentwickler Dalian Wanda will nach einem Zeitungsbericht Unternehmen in Europa kaufen. Auch die Postbank sei ein Übernahmeziel. Doch die Einkaufstour befinde sich in einem frühem Stadium.

FrankfurtDer chinesische Immobilienentwickler Dalian Wanda hält einem Zeitungsbericht zufolge nach Übernahmezielen in Europa Ausschau. Darunter sei auch die Postbank, berichtete die „Financial Times“ (Montagausgabe) unter Berufung auf zwei mit der Sache vertraute Personen. Die Einkaufstour der Chinesen befinde sich aber noch in einem frühem Stadium und noch sei Wanda offiziell nicht an den Eigner der Postbank, die Deutsche Bank, herangetreten. Die Wanda Group erklärte, es habe keinen Kontakt mit der Postbank gegeben.

Die Deutsche Bank hatte sich zuletzt auf einen Verkauf ihrer Tochter nicht festlegen wollen. „Die Postbank steht zum Verkauf, aber der Preis muss stimmen“, hatte Privatkunden-Vorstand Christian Sewing erklärt. Damit eine Trennung sinnvoll sei, müsse sie sich positiv auf die Kapitalausstattung der Deutschen Bank auswirken. 2016 wäre ein Verkauf unter diesen Bedingungen nicht möglich gewesen. „Und ich bin mir nicht sicher, ob das 2017 der Fall sein wird.“ Insidern zufolge prüft die Deutsche Bank deshalb eine Wiedereingliederung der eben erst verselbstständigten Postbank.

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Wie die Strategie am Ende aussehen wird, hängt vor allem von den Verhandlungen über neue, noch striktere Regeln für die Banken ab, Basel IV genannt. Für europäische Geldhäuser, vor allem auch für die Deutsche Bank, könnten sie erhebliche zusätzliche Kapitalanforderungen bringen. Derzeit haben sich Amerikaner und Europäer allerdings heillos zerstritten, und es lässt sich kaum absehen, ob und bis wann ein Kompromiss möglich ist. Vom Ausgang der Regulierungsdebatte hängen auch die beiden größeren strategischen Entscheidungen ab: die mögliche Trennung von der Postbank und ein Teilbörsengang der Vermögensverwaltung.

Eigentlich hatte die Bank die Trennung von ihrer Privatkunden-Tochter Postbank angekündigt, doch dafür lassen sich derzeit kaum vernünftige Preise erzielen. Daher zieht die Mutter mittlerweile auch eine Re-Integration in Betracht. Allerdings stellt sich die Frage, ob sich die Bank die Kosten für die volle Eingliederung und die Kapitalanforderungen leisten kann. 2016 verdiente die Postbank vor Steuern 367 Millionen Euro.

Postbank-Chef Frank Strauß hat hingegen im Handelsblatt-Interview für die Eigenständigkeit der Tochter der Deutschen Bank geworben. Er gibt auch die Hoffnung auf einen Börsengang nicht auf. „Ich bin überzeugt, dass die Postbank allein erfolgreich sein wird. Wir haben 14 Millionen Kunden und sind auf gutem Wege, unsere Eigenkapitalkosten zu verdienen, was in Deutschland eher ungewöhnlich ist. Wir haben eine klare Strategie, die auch gesellschaftlich akzeptiert ist. Das heißt, für die Postbank gibt es definitiv einen Platz in der deutschen Bankenlandschaft.“

Quelle:  Handelsblatt Online
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