Immobilienfinanzierer: Frühere Commerzbank-Tochter Eurohypo abgewickelt

Immobilienfinanzierer: Frühere Commerzbank-Tochter Eurohypo abgewickelt

, aktualisiert 17. Mai 2016, 10:40 Uhr
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In der Finanzkrise erwies sich die Eurohypo als Klotz am Bein der Commerzbank.

Quelle:Handelsblatt Online

Die Commerzbank hat ihre verlustreiche Immobilien-Tochter Hypothekenbank Frankfurt endgültig abgewickelt. Übrig bleiben weniger als 100 Mitarbeiter, die die restlichen Kredite auflösen.

FrankfurtDer über Jahre verlustreiche Staats- und Hypothekenfinanzierer Eurohypo ist endgültig Geschichte. Die Commerzbank gab über das Pfingstwochenende die Banklizenz ihrer zuletzt unter dem Namen Hypothekenbank Frankfurt (HF) firmierenden Tochtergesellschaft ab. Die verbliebenen Kreditbestände, insgesamt rund 100.000 Verträge, seien auf den Mutterkonzern übertragen worden, teilte das Institut am Dienstag mit. Dort kümmert sich nun eine reine Servicegesellschaft aus bisherigen HF-Beschäftigten um den weiteren Abbau des einst größten deutschen Immobilienfinanzierers.

Ende 2015 hatte HF noch knapp elf Milliarden Euro an gewerblichen Immobiliendarlehen in den Büchern, 4,4 Milliarden Euro private Hypotheken und gut 30 Milliarden Euro an Staatspapieren. Die HF werde nun ihre Bank- und Pfandbrieflizenz zurückgeben.

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Von einst mehr als tausend Eurohypo-Mitarbeitern in Eschborn bei Frankfurt sollen am Ende weniger als 100 übrig bleiben, die die restlichen gewerblichen Immobilienkredite im Auftrag der Muttergesellschaft abwickeln. Bei dem Stellenabbau sei die Bank ohne betriebsbedingte Kündigungen ausgekommen. Die HF-Vorstände Sascha Klaus und Dirk Wilhelm Schuh verlassen das Geldhaus. Die privaten Darlehen übernimmt die Commerzbank in den eigenen Deckungsstock. Die Öffentlichen und Hypotheken-Pfandbriefe der Hypothekenbank, die ebenfalls an die Commerzbank übergehen, sollen der langfristigen Refinanzierung dienen. Sie hatten Ende 2015 noch ein Volumen von 23,3 Milliarden Euro.

Die Commerzbank hatte die Eurohypo vor gut zehn Jahren mit großen Hoffnungen komplett übernommen. Sie war 2001 aus drei Hypothekenfinanzierern der Deutschen Bank (der namensgebenden Eurohypo), der Dresdner Bank (Deutsche Hyp) und der Commerzbank (Rheinhyp) entstanden. Auch sie waren bereits das Produkt mehrerer Fusionen. In der Finanzkrise erwies sich die Eurohypo allerdings als Klotz am Bein der Commerzbank. Die EU-Kommission erlegte dem Institut auf, sich von der Tochter zu trennen, als Auflage für die milliardenschweren Staatshilfen.

Mitte 2012 zog Vorstandschef Martin Blessing die Reißleine und beschloss den Komplett-Ausstieg aus der gewerblichen Immobilienfinanzierung. Die Eurohypo wurde in Hypothekenbank Frankfurt umbenannt. Ende 2015 wäre sie mit einer Bilanzsumme von knapp 59 Milliarden Euro immer noch eine der 20 größten Banken in Deutschland gewesen. Das letzte volle Geschäftsjahr schloss die HF mit einem Verlust von 330 Millionen Euro ab.

Quelle:  Handelsblatt Online
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