Immobilienmarkt vor Brexit: Investmentbanken fühlen in Frankfurt vor

Immobilienmarkt vor Brexit: Investmentbanken fühlen in Frankfurt vor

, aktualisiert 23. März 2017, 17:26 Uhr
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Einige internationale Banken dürften nach dem Brexit Geschäft von London nach Frankfurt verlagern, ein Teil der Mitarbeiter würde dann umziehen.

von Elisabeth AtzlerQuelle:Handelsblatt Online

Die Helaba registriert erste Immobilien-Anfragen von US-Investmentbanken, die womöglich ihr Geschäft von London nach Frankfurt verlagern. Das ist ein weiterer Hinweis auf die Folgen des EU-Austritts der Briten.

FrankfurtDie Stadt Frankfurt und das Land Hessen setzen darauf, dass Banken, andere Finanzdienstleister und Anwaltskanzleien wegen des EU-Austritts Großbritanniens ihr Geschäft von London nach Frankfurt verlagern. Seit längerem schon wirbt die Rhein-Main-Region für sich in der britischen Hauptstadt. Nun mehren sich die Hinweise, dass Banken künftig tatsächlich mehr Mitarbeiter nach Frankfurt schicken. „Es gibt erste klare Gesuche insbesondere von US-Investmentbanken für Flächen“, sagte Jürgen Fenk, Immobilienvorstand der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba), am Donnerstag.

Man sehe als Vermieter auch konkrete Nachfragen, so Fenk weiter. Das könnte sich in „sehr hohen Zahlen“ niederschlagen. Die Unternehmen sind allerdings nicht nur auf der Suche nach Büroimmobilien. Die Frage aus ihrer Sicht sei auch, wie der Wohnungsmarkt in Frankfurt aussehe und ob es ausreichend internationale Schulen gebe, sagte Fenk.

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Auch Makler registrieren inzwischen Umzugspläne, wie eine Umfrage des Handelsblatts unter den großen Immobilienvermittlern Anfang März zeigte: „Unsere Makler sind mit konkreten Gesuchen nach Büroflächen in Frankfurt unterwegs“, sagt Peter Schreppel, der für CBRE das Geschäft mit internationalen Investoren leitet.

Großbritannien wird den offiziellen Antrag auf den Austritt aus der EU am 29. März stellen. Die Verhandlungen mit der EU werden dann ergeben, wie hart der Brexit ausfällt und welche Erleichterungen es für Großbritannien und dortige Unternehmen gibt. Hintergrund der Überlegungen von Banken ist, dass sie nach dem Brexit den EU-Pass verlieren könnten. Das hieße, dass die Geldhäuser, aber auch Fondsgesellschaften und Versicherer nicht mehr automatisch Produkte und Dienstleistungen in der EU verkaufen dürften. Sie müssten dann wahrscheinlich eine Tochtergesellschaft in der EU haben.

Bereits im Dezember verkündete die Schweizer Großbank UBS als erstes großes Finanzhaus, ihre Europazentrale in Frankfurt niederzulassen. Die russische VTB will ebenso ihr Europageschäft in Frankfurt bündeln. Zudem wird spekuliert, dass auch Goldman Sachs dem Trend folgt und bis zu 1.000 der 6.500 Jobs von der Themse an den Main verlagern will.

Dass der Wettbewerb um die Finanzinstitute für Frankfurt aber kein Selbstläufer ist, zeigt das Beispiel HSBC. Stuart Gulliver, der Chef der britischen Bank, hat Anfang des Jahres erklärt, dass er das Geschäft mit rund einem Fünftel der Umsätze von London nach Paris verlagern werde.

Die Helaba ist einer der größten Immobilienfinanzierer in Europa, die Bank bewirtschaftet Gebäude aber auch. Die Bedeutung des Geschäfts spiegelt sich auch im Ergebnis des vergangenen Jahres wider. Die Landesbank verdiente vor Steuern knapp 550 Millionen Euro, 407 Millionen Euro davon kamen aus der Immobiliensparte.

Quelle:  Handelsblatt Online
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