Innogy-Börsengang: RWE-Kommunen verzichten auf Beteiligung

Innogy-Börsengang: RWE-Kommunen verzichten auf Beteiligung

, aktualisiert 28. September 2016, 15:51 Uhr
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Der hoch verschuldete Energiekonzern erhofft sich insgesamt bis zu fünf Milliarden Euro von dem Gang aufs Parkett.

Quelle:Handelsblatt Online

Die hochverschuldeten Städte Dortmund und Essen beteiligen sich zunächst nicht an Innogy. Andere Kommunen wie Bochum bereiten sogar schon den kompletten Ausstieg vor. Dabei geht es auch um tausende Arbeitsplätze.

FrankfurtDie kommunalen Aktionäre des Energiekonzerns RWE ziehen beim Börsengang der Ökostromtochter Innogy nicht mit. „Wir werden uns in der ersten Phase nicht an Innogy beteiligen“, sagte ein Sprecher der Dortmunder Stadtwerke DSW21. In dem Unternehmen hat die Stadt ihre 23,6 Millionen RWE-Aktien gebündelt. Ausgeschlossen sei eine spätere Beteiligung aber nicht. Hierzu könnten auch RWE-Aktien verkauft werden.

Rund 100 Kommunen halten etwa 24 Prozent an dem Versorger. Dieser bringt am 7. Oktober sein lukratives Geschäft mit Ökostrom, Netzen und dem Vertrieb an die Börse. Bei RWE verbleiben die schwächelnden Kohle- und Gaskraftwerke und der Energiehandel.

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Dortmund ist mit einem Anteil von 4,1 Prozent der größte kommunale Einzelaktionär von RWE. In der Stadt beschäftigt der Konzern mehrere Tausend Mitarbeiter. Die Beteiligung an RWE sei daher von strategischer Bedeutung, sagte der Sprecher. „Uns ist wichtig, dass die Arbeitsplätze erhalten bleiben.“

Dies gilt auch für Essen, wo RWE seinen Konzernsitz hat. Die Stadt hat 18,7 Millionen Papiere des Versorgers in der Hand. „Wir halten unsere RWE-Aktien und haben derzeit keine Pläne für eine Beteiligung an Innogy“, sagte eine Sprecherin. „Wir beobachten das aber natürlich. Es ist nichts ausgeschlossen – weder ein Verkauf von RWE-Aktien noch ein Einstieg bei Innogy.“ Essen ist wie Dortmund hochverschuldet. Jahrelang hatten die Kommunen von satten Dividenden von RWE profitiert. Wegen der Krise des von der Energiewende gebeutelten Versorgers gingen sie in diesem Jahr aber leer aus.

Der Dividendenausfall hatte im Frühjahr für Proteste bei den Kommunen gegen das Management um RWE-Chef Peter Terium gesorgt. Zwar haben sich die Wogen inzwischen weitgehend gelegt, einige Städte bereiten aber inzwischen den kompletten Ausstieg aus RWE vor. Düsseldorf hatte bereits vor Jahren ein großes Paket verkauft, als die RWE-Aktie noch eine Perle war. Dies ist vorbei. Statt 100 Euro wie zu besten Zeiten ist das Papier noch 14,50 Euro wert.

Die Stadt Bochum tut sich mit einem Abschied leichter als Dortmund und Essen, weil RWE hier kein großer Arbeitgeber ist. „Es gibt eine deutliche Tendenz für einen Verkauf“, sagt Stadtkämmerer Manfred Busch. Der Rat habe dafür den Weg freigemacht. Ein Drittel des Pakets von 6,6 Millionen Aktien könnte bei einem Kurs von über 15 Euro abgestoßen werden. „Der Dividendenausfall hat nachhaltig gewirkt“, erklärt Busch. „Es gibt keine Pläne, sich an Innogy zu beteiligen.“

Die sich anbahnende Mega-Emission der RWE -Tochter Innogy hellt derweil die maue Jahresbilanz bei Börsengängen auf. „Nach wie vor sind zehn Börsengänge in Deutschland in diesem Jahr möglich“, sagte Martin Steinbach, Experte für Neuemissionen bei der Unternehmensberatung EY. Bisher haben es 2016 fünf Neulinge an die Frankfurter Börse geschafft. Sie sammelten zusammen gerade einmal 320 Millionen Euro ein, weil die Aktien des Schwergewichts Uniper einfach an die E.ON -Aktionäre verschenkt wurden. Vier Kandidaten haben ihre Börsenpläne im September bereits öffentlich gemacht, „weitere stehen in den Startlöchern“, sagte Steinbach.

Quelle:  Handelsblatt Online
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