Euro-BUND-Future - Warten auf den großen Knall

Für den Inhalt dieser Seite ist der Emittent verantwortlich

Euro-BUND-Future - Warten auf den großen Knall

Warten auf den großen Knall
„In meiner ganzen Berufserfahrung habe ich kein einziges Mal ein Schiff in Seenot gesehen. In all meinen Jahren auf See bin ich niemals schiffbrüchig gewesen, und niemals war ich in einer Situation, die drohte in irgendeiner Art von Desaster zu enden.“ Dieses Zitat von E. J. Smith stammt aus dem Jahr 1907 und es war eben jener E. J. Smith, der fünf Jahre später Kapitän auf der Titanic sein sollte. Dieser Tatsache ist es wohl zu verdanken, dass das zugegebenermaßen recht sperrige Zitat zu den eher bekannteren zählt. Übertragen auf den Rentenmarkt könnte es als mahnender Zeigefinger verstanden werden, sich – trotz der Tatsache, dass dem Euro-BUND-Future derzeit Nichts, aber auch gar Nichts etwas anhaben zu können scheint – nicht zu sicher zu fühlen. Mit zwei Unwägbarkeiten hat man gegenwärtig zu kämpfen, wenn man die internationalen Rentenmärkte auf den Prüfstand stellt: So gilt 1. das alte Keynes-Bonmot, wonach „Märkte sehr viel länger irrational sein können als man selber liquide ist.“ und kann 2. derzeit nicht unbedingt von einem freien Spiel der Marktkräfte ausgegangen werden, was jede Analysemethode der Welt – also auch die technische – massiv erschwert.

Euro-BUND-Future (Weekly)
chart

“Inside quarters” in der Endlosschleife
Beginnen wollen wir den Ausblick auf den Euro-BUND-Future mit der Analyse des Quartalscharts. Von Zeit zu Zeit fördern hohe Zeitebenen durchaus interessante Details zu Tage. Im konkreten Fall weisen zwei der letzten drei Quartalskerzen jeweils markante Dochte auf, die noch dazu im Dunstkreis zweier Trendkanalbegrenzungen ausgebildet wurden (siehe Chart). Darüber hinaus verblieben die letzten beiden Quartalskerzen innerhalb der Handelsspanne des 2. Quartals, so dass zwei sogenannte „inside quarters“ entstehen – ein Kursmuster, das sich derzeit wie ein roter Faden durch die Charts vieler Assetklassen zieht. Sowohl die beschriebenen Dochte als auch die beiden „inside quarters“ dokumentieren, dass die Schwungkraft auf der Oberseite nachlässt und die Bäume fortan nicht mehr in den Himmel wachsen werden. In die gleiche Kerbe schlägt auch der trendfolgende MACD, der zwar (noch) „long“ positioniert ist, aber derzeit auf historisch höchstem Niveau notiert. Damit aus dieser Extremsituation größerer Korrekturbedarf erwächst, ist aus charttechnischer Sicht eine „bearishe“ Auflösung der o. g. doppelten „inside quarter“ vonnöten, was bei Notierungen unterhalb der Marke von 139,45 der Fall wäre.

Euro-BUND-Future (Quarterly)
chart

Die Mutter aller Aufwärtstrends
Spiegelbild der heißgelaufenen Grundverfassung ist auch der Chart des US-T-Bond-Future, den man getrost als die „Mutter aller Aufwärtstrendkanäle“ bezeichnen kann. Der Haussetrend seit Beginn der 1990er-Jahre ist dabei nicht nur in schöner Regelmäßigkeit bestätigt worden, sondern auch die entsprechende Parallele hat sich seither als hochsignifikant erwiesen. Anders als bei den vorherigen vier Anläufen auf diese Hürde, als es jeweils zu schnellen Korrekturimpulsen kam, verharrt das US-Zinsbarometer nun schon seit mehr als einem Jahr im Dunstkreis der oberen Trendkanalbegrenzung – möglicherweise ein weiteres Indiz dafür, dass der Markt „künstlich hoch gehalten“ wird. Welch heißes Eisen der US-Rentenmarkt derzeit ist, unterstreicht auch der Blick auf die gegenwärtige Indikatorenkonstellation. Während der Stochastik nach der Ausbildung negativer Divergenzen im überkauften Terrain ein Verkaufssignal generiert hat, blieb beim trendfolgenden MACD bisher eine negative Weichenstellung aus. Allerdings notiert der Trendfolger auf historisch höchsten Niveaus, und zudem bildet sich das MACD-Histogramm bereits das gesamte Jahr 2012 zurück. Zusammen mit dem potentiellen „reversal“-Muster im Dezember sind dies Alles Indizien dafür, dass zumindest das Aufwärtsmomentum erlahmt.

US-T-Bond-Future (Monthly)
chart

Sell-Trigger bei 144 05/32
Die Identifizierung einer historisch überhitzten Situation ist das Eine, eine ganz andere Sache ist aber das Herausarbeiten eines Verkaufssignalgebers, bei dessen Unterschreiten sich die aufgestaute Extremkonstellation tatsächlich entlädt. Dem Techniker sind an dieser Stelle bis zur Ausprägung einer oberen Umkehrformation die Hände gebunden! In Bezug auf den US-T-Bond-Future würde ein Unterschreiten der wichtige Haltezone aus der 200-Tages-Linie (akt. bei 147 08/32) und dem ehemaligen Rekordhoch bei exakt 147 00/32 für einen ersten Warnschuss vor den Bug der Bullen sorgen. Für den Abschluss eines Doppeltopps und damit das aus technischer Sicht geforderte Trendwendemuster ist allerdings ein Abgleiten unter das Tief von Mitte September bei 144 05/32 vonnöten. Zu Jahresbeginn 2013 dürften die angeführten Unterstützungen indes zunächst Bestand haben. Im weiteren Jahresverlauf steigt jedoch die Wahrscheinlichkeit für den Abschluss einer oberen Umkehr. Aus der Höhe des angeführten Doppeltopps ließe sich bei einer negativen Weichenstellung ein kalkulatorisches Abschlagspotential von rund neun „Big Figures“ ableiten, was wiederum sehr gut mit den verschiedenen Hoch- und Tiefpunkten bei rund 135 harmoniert.

US-T-Bond-Future (Monthly)
chart

30-Jahreszyklus vs. potentiellem „Bull-Keil“
Hilfreich erscheint uns in diesem Zusammenhang auch der Blick auf die 10-jährige Rendite in den USA. Diesen Chart haben wir ausgewählt, um zunächst zu verdeutlichen, dass die zeitlichen Mindestanforderungen an einen der bekanntesten Zyklen auf der Rentenseite überhaupt absolut erfüllt sind. So folgt im Rahmen des 30-Jahreszyklus in den USA, der bis ins 19. Jahrhundert zurückverfolgt werden kann, auf 30 Jahre mit fallenden Zinssätzen regelmäßig eine Periode von rund 30 Jahren mit steigenden Renditen. Dank des Renditerutsches seit September 1981 kann hinter die zeitlichen „Restriktionen“ ein Haken gesetzt werden. Durch die charttechnische Brille betrachtet, fällt aktuell ein potentieller „bullisher“ Keil ins Auge, der sich im Anschluss an das Herausfallen aus dem langjährigen Abwärtstrendkanal (untere Begrenzung akt. bei 2,05 %) ausbildet. Eine Auflösung des beschriebenen Keils nach Norden (obere Begrenzung akt. bei 1,89 %) würde einen ersten Wendepunkt markieren. Die wesentlich größere Bedeutung kommt aber dem Kreuzwiderstand aus dem Renditetief vom Dezember 2008 bei 2,04 % und der o. g. Trendkanalbegrenzung (2,05 %) zu (siehe Chart). Schließlich wäre eine Rückkehr in den Trendkanal ein klassisches Indiz dafür, dass zuvor eine Übertreibung nach unten stattgefunden hat.

10-jährige Rendite USA (Monthly)
chart

Entscheidende Demarkationslinie bei 1,64/74 %
Analog zur Situation jenseits des Atlantiks bleibt (bisher) der entscheidende Zündfunke für eine untere Umkehr auch in Deutschland aus. Nüchtern betrachtet scheiterte die 10-jährige Rendite im letzten Halbjahr zwei Mal an der Schlüsselzone zwischen 1,64 % und 1,74 %. In diesem Kursband fällt das Tief vom September 2011 mit den letzten drei Erholungshochs, einer Trendlinie sowie einem Fibonacci-Cluster aus zwei unterschiedlichen Retracements (1,69 % bzw. 1,71 %) zusammen (siehe Chart). Erst ein Sprung über diese Zone würde einer tragfähigen Bodenbildung mit einem Aufwärtspotential bis rund 2,25 % Konturen verleihen. Dennoch besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit dafür, dass die beiden Renditetiefs vom Juni und Juli 2011 bei 1,13 % wichtige zyklische Tiefs markieren. Dafür spricht die Tatsache, dass sich die Korrektur seit Ende September als klassische Konsolidierungsflagge vollzieht. Dabei würde eine „bullishe“ Auflösung des angeführten Kursmusters (obere Flaggenbegrenzung akt. bei 1,50 %) unserer These eines wichtigen Markttiefs bei 1,13 % zusätzlichen Nachdruck verleihen, zumal dann auch die 38-Wochen-Linie (akt. bei 1,46 %) erfolgreich zurückerobert wäre. Schließlich ist das dadurch aktivierte Kursziel von rund 1,86 % oberhalb unserer großen Signalzone anzusiedeln.

10-jährige Rendite D (Weekly)
chart

Candlestickkonstellation zeigt Stimmungswandel an
In die gleiche Kerbe schlägt derzeit auch der Quartalschart der 10-jährigen Rendite in Deutschland: Spiegelbildlich zur Situation beim Euro-BUND-Future liegen hier ebenfalls zwei „inside quarters“ vor. Für ein sich wandelndes Kräfteverhältnis zwischen Bullen und Bären sprechen aber vor allem die ausgeprägten Lunten der letzten Quartalskerzen (siehe Chart). Interessant ist darüber hinaus, dass sich die aktuelle Quartalskerze zudem als klassischer „doji“ präsentiert. In diesem Kursmuster spiegelt sich – wie auch in den „inside candles“ – ein nachlassendes Abwärtsmomentum wider. Da ein solcher „doji“ prozyklisch im Auflösungsfall gehandelt werden sollte und das Hoch vom 4. Quartal 2012 bei 1,66 % ausgeprägt wurde, unterstreicht der Quartalschart die Bedeutung der Signalzone zwischen 1,64 % und 1,74 %. Trendwendegefahren signalisiert auch der MACD, der auf Monatsbasis auf dem tiefsten Stand seit 1999 vor einem neuen Kaufsignal steht. Wenn wir die Rendite dies- und jenseits des Atlantiks beleuchten, dann bietet sich auch noch ein kurzer Blick auf die Spreadentwicklung zwischen beiden Zinssätzen an. Begünstigt durch den jüngsten Dreiecksausbruch dürfte sich der Spread in den kommenden Monaten zugunsten der USA ausweiten.

10-jährige Rendite D (Quarterly)
chart

Fazit:
Stellen Sie sich eine Feder vor, die man immer weiter zusammendrückt und anschließend festhält, irgendwann wird der Kraftaufwand zu groß und die Feder springt auseinander. Dieses Bild passt hervorragend auf die aktuelle Konstellation an den internationalen Rentenmärkten, denn es lässt sich zwar eine abebbende Schwungkraft konstatieren, aber es fehlt (bisher) noch an der Ausprägung von konkreten Trendwendeformationen. Deshalb müssen sich Anleger mit der Definition von Triggermarken für ein solches Szenario begnügen. Für die 10-jährige Rendite in Deutschland steckt der angeführte Bereich zwischen 1,64 % und 1,74 % (siehe Chart) bzw. für die USA von 2,04/2,05 % die jeweilige Demarkationszone ab! Oberhalb dieser Schlüsselmarken dürfte sich der zweifelsfrei vorhandene Druck tatsächlich entladen! Die Timingkomponente für die diskutierte Weichenstellung ist dabei nur äußerst schwierig mit Leben zu füllen. So sprach Alan Greenspan – seinerzeit Chef der US-Notenbank Fed – bereits 1996 von „irrationalem Überschwang“ am Aktienmarkt. Bekanntermaßen sollte es aber noch bis zum Jahrtausendwechsel dauern, ehe die Blase tatsächlich platzte. Wenngleich die Situationen durchaus vergleichbar sind, dürfte das genaue Markttiming nicht minder herausfordernd werden.

10-jährige Rendite D Ablaufplan (Weekly)
chart

Interesse an einer täglichen Zustellung unseres Newsletters?








HSBC Trinkaus & Burkhardt AG
Derivatives Public Distribution
Königsallee 21-23
40212 Düsseldorf

kostenlose Infoline: 0800/4000 910
Aus dem Ausland: 00800/4000 9100 (kostenlos)
Hotline für Berater: 0211/910-4722
Fax: 0211/910-91936
Homepage: www.hsbc-zertifikate.de
E-Mail: zertifikate@hsbctrinkaus.de

Kontaktdaten HSBC Trinkaus & Burkhardt AG
Bereich
Derivatives Public Distribution
Hotline für Berater:
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%