Öl weekly: Jahres-Low wegen Rekordlagerbeständen in den USA

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Öl weekly: Jahres-Low wegen Rekordlagerbeständen in den USA

Der Ölpreis fällt auf den niedrigsten Stand in 2017 in Reaktion auf Rekordlagerbestände in den USA.

Die Rohölpreise verzeichneten in den vergangenen Tagen die niedrigsten Notierungen seit Mitte Dezember letzten Jahres. Die Nordseesorte Brent gab gestern (08.03.) nach Veröffentlichung der US-Öllagerbestände um bis zu 5 % nach. Aktuell notiert Brent nochmals schwächer bei 52,2 US-Dollar/Barrel (-5 % WoW). Wie die Daten der US-Energiebehörde (EIA) zeigen, stiegen die Rohölvorräte in der vergangenen Woche um 8,2 Mio. Barrel auf ein neues Rekordhoch von 528 Mio. Barrel. Ursächlich für den Aufbau der Rohöllager war u.a. ein kräftiger Anstieg der Ölimporte auf 8,1 Mio. Barrel/Tag sowie ein Anstieg der US-Ölfördermenge auf den höchsten Stand seit mehr als einem Jahr (siehe Tabelle unten).

Es scheint so als ob die Investoren die Geduld mit dem Abbau der Lagerbestände verloren haben, denn die OPEC-Kürzungen spiegeln sich bisher praktisch gar nicht in den bereits bekannten Lagerbestandsdaten nieder. Die Rallye der Ölpreise Ende vergangenen Jahres gründete vor allem auf der Erwartung, dass die Kürzungen zu einer Normalisierung der Lagerbestände führen. Daher sollte man sich die Frage stellen, warum diese Normalisierung noch nicht sichtbar ist:

  1. Substitution der Anbieter: Wie der US-Datenanbieter Clipper-Data in einer Analyse zeigte, kamen im vergangenen Jahr rund ein Drittel mehr Importe aus den Nordseeförderländern in den USA an. Ebenfalls stiegen im vergangenen Jahr, trotz Produktionsausfälle, die Ölexporte Nigerias in die USA. Nigeria ist bekanntlich nicht an das OPEC-Abkommen gebunden.
  2. Lieferdauer: Die durchschnittliche Lieferdauer aus den Häfen des mittleren Ostens in die USA beträgt zwischen 45-60 Tagen. Daher ist zu erwarten, dass die Kürzungen in der zweiten Hälfte des Monats bzw. spätestens zu Beginn des zweiten Quartals in den Daten sichtbar sein sollten.

Um den Erfolg der Förderkürzungen zu bewerten, sollte man aus unserer Sicht nicht die wöchentlichen Daten zur Ölreservehaltung in den USA heranziehen, sondern die Statistiken der IEA, welche auf Daten der OECD basieren und somit eine größere Stichprobe darstellen. Für weiteren Preisdruck sorgte die EIA mit ihren neuen Prognosen für die US-Ölförderung. In ihren aktuellen Projektionen erwartet die Energiebehörde, dass die Fördermenge bis Ende 2018 ein Niveau von mehr als 10 Mio. Barrel/Tag erreichen wird. Ebenfalls Druck für Druck auf die Ölpreise sorgte die Offenlegung der Pläne der irakischen Regierung, die Ölförderung des Landes im Laufe des Jahres auf 5 Mio. Barrel/Tag (gegenwärtig: 4,4 Mio.) zu steigern. Des Weiteren könnten Kommentare des CEOs des US-Schieferölunternehmens Pioneer Natural Ressources die Erwartung künftiger wieder fallender Preise verstärkt haben. Dieser äußerte auf der in dieser Woche in Houston stattfindenden CERAWeek, dass er mit Ölpreisen von 40 US-Dollar/Barrel rechne, sollte das OPEC-Abkommen nicht verlängert werden. Die darauffolgenden Kommentare des saudischen Ölministers Khalid Al-Falih, dass er nun nicht mehr ausschließe, die Förderkürzungsmaßnahmen über Ende Juni hinaus zu verlängern, konnte dagegen nicht in einen nachhaltigen Anstieg der Preise umgemünzt werden. Auch eine Schließung eines wichtigen Export-Terminals in Libyen konnte die Ölpreise nicht beflügeln.

Für die kommende Woche erwarten wir eine Erholung der Rohölpreise wieder in Richtung 54-55 US-Dollar/Barrel. Die Preisrücksetzer der vergangenen beiden Tage waren zu groß, der Aufbau der US-Lagerbestände sollte zudem nicht überbewertet werden.


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