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DAX-Analyse: Auf Jahresendrally warten heißt, sie verpasst zu haben

WGZ Cognitrend Report - das Marktgeschehen aus dem Blickwinkel der verhaltensorientierten Forschung

Auf Jahresendrally warten heißt, sie verpasst zu haben

Nur einen einzigen Tag Pause hat sich der DAX gegönnt, seit er Mitte November zu einer Erholungsrally ansetzte. Die Gewinne haben sich mittlerweile auf sieben Prozent summiert. Trotzdem werden die Marktbeobachter nicht müde zu fragen: "Kommt jetzt die Jahresendrally?" Mal abgesehen davon, dass der DAX bereits mitten in einer Aufwärtsbewegung steckt, ist das Ende der Fahnenstange wohl noch lange nicht erreicht. Warum sollte er sich auch vom bestehenden Jahreshoch aufhalten lassen? Alle, die nach der Rallye des dritten Quartals an Gewinnmitnahmen gedacht haben, dürften sie in den vergangenen Wochen längst realisiert haben. Zudem waren in der jüngsten Vergangenheit wiederholt Unsicherheitsfaktoren aufgezählt worden, die jedem Aktieninvestor die Bestätigung lieferten, sich von Long-Positionen zu trennen. Ganz weit oben auf der Liste standen dabei das Gezeter bei den EUGipfeltreffen wegen weiterer Griechenland-Hilfen und die anhaltende Ungewissheit über den Verhandlungsausgang im US-Kongress zur Vermeidung der fiskalischen Stopp-Loss-Bremse. Nun scheint sich jedoch zum Erstaunen der meisten Akteure - und entgegen der jüngsten Prognosen diverser Crash-Propheten - die Situation in der Eurozone immer mehr zu beruhigen. Die Anleiherenditen der Problemländer fielen jedenfalls beträchtlich, so dass Spanien am Ende vielleicht gar keinen Hilfsantrag zu stellen braucht. Und auch die EZB hat in Sachen OMT-Bondankaufprogramm noch keinen einzigen Cent einsetzen müssen. Aus Mangel an Argumenten in der Diskussion über die Eurokrise stürzten sich DAX-Bären in den vergangenen Tagen auf jede neue Meldung zum Thema US-Fiskalklippe. Das bot zwar einen größeren Fundus an besorgniserregenden Beiträgen, da bislang alle Gespräche zwischen Republikanern und Demokraten ergebnislos verliefen und auf verhärtete Fronten hinwiesen. Die Skeptiker vermissten allerdings negative Effekte auf den Aktienmarkt, die sich ihrer Meinung nach durch entsprechende Wasserstandsmeldungen aus den USA ergeben müssten.

Der DAX setzte am Freitag zum Schlussspurt an und schloss den sechsten Monat in Folge im Plus. Wir setzen weiter auf einen Test des Jahreshochs bei 7.478, an dem nun kaum mehr mit Angebot zu rechnen ist. Wir glauben ohnehin, dass der Blickpunkt der Markteilnehmer mittlerweile ein wenig weiter oben, beim 7.600er Hochpunkt des letzten Jahres liegt. Doch auch dort sollte man eher auf treibende Stopp-Loss-Kauforders, statt auf störende Verkaufsaufträge treffen. Verteidigt der DAX die 7.205er Marke, wird er auf Erfolgskurs bleiben.

Alle in diesem Dokument genannten Preisniveaus verlieren bei einem Durchstoß von zehn Punkten ihre Gültigkeit.



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