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WGZ Cognitrend Report - das Marktgeschehen aus dem Blickwinkel der verhaltensorientierten Forschung Deutschland bleibt am EU-Drücker Über Griechenland, quälende Sparmaßnahmen und trübe Aussichten ist auch nach der Wahl noch ausgiebig berichtet worden. Allerdings wechselte der Fokus vergangene Woche von der politischen auf die sportliche Ebene. So wurden die griechischen EM-Fußballer ein bisschen bemitleidet, weil ihre Unterbringung derart bescheiden ausfiel. Dieses Problem hat sich ja nun erledigt. Deutschland hat Griechenland im Viertelfinale souverän bezwungen und wurde dafür direkt vor Ort von der Bundeskanzlerin bejubelt. Für die unterlegenen Hellenen hatte diese Situation beklemmende Ähnlichkeit mit der Entwicklung der letzten beiden Jahre. Denn sie ist symptomatisch für die Rolle, die beide Länder in der Eurokrise spielen. Der eine führt, der andere leidet. Auf Deutschland sind viele europäische Länder deshalb nicht besonders gut zu sprechen. Und Angela Merkel wird ob ihrer übermächtigen Position in vielen ausländischen Medien diffamiert. Doch solche Attacken gehen nicht nur vom frustrierten Griechenland aus. In England sind verbale Breitseiten gegen Merkel eher die Regel als die Ausnahme. Durch das Ausscheiden der Engländer nach Elfmeterschießen ist ihr zumindest fußballtechnisch Genugtuung vergönnt. Auch innenpolitisch hat Frau Merkel derzeit kein leichtes Spiel. Zunächst grätschte sie mit ihrer ESMZusage zu früh ein. Das Bundesverfassungsgericht beschied dies mit einer gelben Karte in Form ihrer jüngsten Empfehlung, der Bundespräsident möge das Gesetz lieber erst einmal nicht unterschreiben. Dann torpedierten Politiker der Linken mit ihrer Forderung nach einem Volksentscheid die Ratifizierung des Fiskalpakts. Neben den Störfeuern war das Ächzen der Konjunktur zu hören: Zuerst ging der ZEW-Indikator zu Boden, dann traten die Ökonomen des britischen Research-Instituts Markit nach. Sie sind überzeugt, dass der wirtschaftliche Wendepunkt in Deutschland erreicht worden ist. Tatsächlich offenbaren Statistiken des KfW, dass die Investitionsbereitschaft deutlich nachgelassen hat, ebenso wie der Ifo-Index schon mal bessere Werte aufgewiesen hat. Deutschland fällt das Punkten zunehmend schwerer. Und als ob das nicht genug wäre, schießen sich inmitten dieser Performance- Delle ausgerechnet Hedge-Fonds auf deutsche Staatsanleihen ein. Immerhin, der DAX könnte trotz des tristen Umfelds schon bald etwas Farbe ins Spiel bringen. Der Index verbesserte sich seit seinem Juni-Tief bereits um mehr als 8,5 Prozent. Schafft er es, die 6.440er Marke zu überwinden, würde er sich noch deutlicher bis 6.555/70 und 6.640 erholen. Kaufinteresse ist hingegen bei 6.205 und bei 6.110 zu erwarten. Alle in diesem Dokument genannten Preisniveaus verlieren bei einem Durchstoß von zehn Punkten ihre Gültigkeit. |
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