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DAX-Analyse: Gefesselte Verlierer

WGZ Cognitrend Report - das Marktgeschehen aus dem Blickwinkel der verhaltensorientierten Forschung

Gefesselte Verlierer

Möchte man der jüngsten Online-Umfrage der Creditreform-Tochter Boniversum Glauben schenken, hat Sparen bei den Deutschen das Zeug, womöglich richtig in Mode zu kommen. Denn 36 Prozent der Verbraucher (mit steigender Tendenz) scheinen derzeit regelmäßig zu sparen. Gleichzeitig ist die Kreditnutzung hierzulande rückläufig. Nur noch 59 Prozent der Befragten gaben an, Kredite oder andere finanzielle Verbindlichkeiten zu haben. Besonders deutlich ist der Anteil derjenigen gesunken, die in Zukunft planen, Anschaffungen mit Krediten zu tätigen: Nach knapp 30 Prozent im Frühjahr, war dies zuletzt nur noch etwa ein Viertel der Verbraucher. Diese Zurückhaltung mag auf den ersten Blick etwas mit der als unsicher wahrgenommenen Zukunft zu tun haben. Doch scheint dieser Schluss vielleicht etwas vorschnell, wenn man bedenkt, dass ein Drittel der Befragten die eigene wirtschaftliche Lage als gut oder sehr gut einschätzt und rund 35 Prozent von ihnen trotz Euro-Krise positiv in die nahe Zukunft blicken.

Trotzdem steckt hinter dem Sparwillen der Deutschen eine gewisse Risikoaversion. Auch wenn wir uns in der vergangenen Woche darauf beriefen, dass nach einer Studie des Deutschen Aktieninstituts (DAI) die Zahl der deutschen Aktionäre seit anderthalb Jahren wieder steigend ist, hat das Überschreiten der 7.000 er Marke beim DAX nicht zu der von einigen Medien propagierten großen Kaufwelle geführt. Vielleicht auch, weil diese runde Zahl in diesem Jahr bereits schon einmal überquert wurde. Dass das Börsenbarometer eine der ruhigsten Wochen dieses Jahres produzierte, mag aber nicht nur an der zögerlichen Haltung der Privatanleger gelegen haben, die sich womöglich ohnehin schon längst als Käufer positioniert haben. Vielmehr ist die Pattsituation zwischen Angebot und Nachfrage auf fehlende Anschlusskäufer aus dem Ausland zurückzuführen, während auf der anderen Seite eine Mehrheit von bearishen heimischen institutionellen Anlegern schon seit Wochen auf fallende Kurse wartet. Diese Akteure sind derzeit aufgrund ihrer Schieflagen mental regelrecht gefesselt und somit unbeweglich. Denn niemand möchte ausgerechnet vor dem Jahreshoch (7.194) solche Verluste realisieren.

Sollte indes die langfristige Nachfrage, die über die vergangenen Wochen für den deutlichen Anstieg des DAX gesorgt hatte wieder aufflammen, sähe unser positiver Ausblick in Richtung 7.070/75, danach gar 7.230 fast schon ein wenig konservativ aus. Solange auf der anderen Seite die Unterstützung bei 6.745/50 nicht unterschritten wird, bleiben wir positiv eingestellt.

Alle in diesem Dokument genannten Preisniveaus verlieren bei einem Durchstoß von zehn Punkten ihre Gültigkeit.



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