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DAX-Analyse: Skepsis am Jahreshoch

WGZ Cognitrend Report - das Marktgeschehen aus dem Blickwinkel der verhaltensorientierten Forschung

Skepsis am Jahreshoch

Zum Ende der abgelaufenen Handelswoche hat es also doch noch ein neues Jahreshoch gegeben. Nur dass sich die allerwenigsten Akteure darüber wirklich gefreut zu haben scheinen. Das war zu Beginn des Berichtszeitraums noch anders gewesen, als viele Händler angesichts weiterer quantitativer Lockerungsprogramme der US-Notenbank und später dann der Bank von Japan von einer überbordenden Euphorie sprachen. Später wurde solche Feierlaune hierzulande allerdings nur noch von den Wirtschaftsmedien verbreitet, denn die Skeptiker behielten zumindest bei uns (vgl. Sentiment der Börse Frankfurt) die Oberhand. Dieser gedämpfte Optimismus ist vor allen Dingen auf mittelfristig orientierte Akteure zurückzuführen, die seit Wochen gegen die Aufwärtsbewegung des DAX halten. Nein, da kann man sicherlich nicht von Partyfeiern der Börsianer sprechen.

In dieses Bild passen auch die Ergebnisse zweier Umfragen, die TNS Emnid im Auftrag von Bertelsmann und zum anderen von Goldman Sachs vorgenommen hatte. Erstere befasste sich mit der Euro-Skepsis der Deutschen. So scheint eine Mehrheit der Bevölkerung hierzulande am Nutzen des Euro zu zweifeln. Dabei sind knapp zwei Drittel der Befragten der Meinung, es ginge ihnen persönlich besser, wenn nicht der Euro eingeführt und stattdessen die D-Mark beibehalten worden wäre. Kein Wunder, dass man mit Shortengagements zumindest argumentativ auf der richtigen Seite zu stehen glaubt, wenn man sich am Quartalsende dafür rechtfertigen muss, warum man an der jüngsten Aktienhausse nicht teilgenommen hat. Dieser Rechtfertigungszwang mag zwar für Vermögensverwalter, aber nicht unbedingt für Privatanleger bestehen. Mit diesen hat sich nämlich die zweite Umfrage beschäftigt. Dabei kam heraus, dass nur 9,2 Prozent der befragten Anleger in den kommenden zwölf Monaten mehr Geld in deutsche Anlagen zu investieren bereit sind. Zwar sehen sie Deutschland als den mit Abstand sichersten Wirtschaftsraum, aber jeder Zweite geht davon aus, die Volatilität an den Märkten werde noch fünf weitere Jahre anhalten, und zwei von drei Befragten zählen Aktieninvestments inzwischen zu den riskanteren Geldanlageformen. Unterdessen hat der DAX in einem vergleichsweise ruhigen Umfeld noch nicht einmal unsere erste wichtige Unterstützung getestet, die nun bei 7.320 Zählern liegt. Für den derzeitigen Aufwärtstrend, dessen nächster Potenzialpunkt sich nunmehr bei 7.645/50 befindet, wäre es wünschenswert, dass jenes Niveau nicht unterlaufen wird. Deutlichere Korrekturen sind jedoch ohnehin erst unterhalb von 7.180/85 zu erwarten.

Alle in diesem Dokument genannten Preisniveaus verlieren bei einem Durchstoß von zehn Punkten ihre Gültigkeit.



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