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DAX SENTIMENT INDEX Bären warten weiter auf die Korrektur Tut er es oder tut er es nicht: Wiederholt US-Zentralbank-Chef Ben Bernanke seinen Auftritt von 2010 und kündigt beim alljährlichen Zentralbankertreffen im pittoresken Bergdorf Jackson Hole in Wyoming eine neue Runde Staatsanleihekäufe an? Während einige Marktteilnehmer weltweit fest darauf zählen, dass Bernanke in seiner Rede am Freitag die Weichen für weitere quantitative Lockerungen stellt, dürfte das Gros der heimischen Börsianer das Gegenteil hoffen: Immer noch sind 47 Prozent aller Befragten unseres Sentiment-Panels bearish gestimmt. Der Bull/Bear-Index bleibt damit tief in pessimistischen Bereich und konnte sich nur geringfügig von seinem in der letzten Woche markierten Jahrestief lösen. Aber was Jackson Hole anbetrifft, können wir die Bären vorerst beruhigen. Denn so einig sind sich die Fed-Mitglieder gar nicht, wie das im letzten Zinsprotokoll klang, in dem sich viele Mitglieder des Offenmarktausschusses für eine recht baldige Lockerung ausgesprochen hatten, sollte sich die Wirtschaft nicht substanziell und nachhaltig erholen. In den vergangenen Tagen traten immer wieder Zentralbanker mit höchst unterschiedlichen Haltungen auf. Während Chicago-Fed-Präsident Charles Evans am liebsten sofort Open-End-Anleihekäufe ausrufen möchte, hat Richard Fisher, Chef der Dallas-Fed - er ist dieses Jahr allerdings nicht stimmberechtigt - gar eine wissenschaftliche Studie in Auftrag gegeben, die belegen soll, dass die ultralockere Geldpolitik langfristig große Schäden verursacht. Demnach müsste man die geldpolitischen Zügel sogar sofort straffen ohne Rücksicht auf den aktuellen Zustand der Wirtschaft. Kurz gesagt: Die Fed hat offenbar noch keine Entscheidung getroffen, die schon am Freitag verkündet werden könnte. Auch von EZB-Chef Mario Draghi droht vorerst keine Gefahr: Er hat seine Teilnahme am Zentralbankertreffen kurzerhand abgesagt. Er habe gerade zu viel zu tun, hieß es. Doch auch wenn das Wochenende vermutlich verstreichen dürfte, ohne dass eine große Zentralbank weitere Lockerungen angekündigt haben wird - vom Tisch sind sie deshalb noch lange nicht. Die US-Wirtschaft hat sich zwar jüngst wieder etwas verbessert, aber die Erholung ist bislang alles andere als ausreichend. Gleichzeitig arbeitet man in Europa im EZB-Turm mit Hochdruck an dem neuen Bond-Kaufprogramm, mit dem man die Zinskosten der Peripherie-Staaten eindämmen möchte. Ob das neue Programm allerdings an den Märkten auf Wohlgefallen trifft, wird sich zeigen - eines ist sicher: Die EZB muss bald liefern, um den Vertrauensvorschuss der ausländischen Anleger nicht zu verspielen; das Ausland war es schließlich auch, das die jüngste DAX-Rally ausgelöst und genährt hatte. Die heimischen mittelfristig orientierten Investoren bleiben hingegen nun schon zum sechsten Mal in Folge skeptisch - solch eine lange Serie pessimistischer Befragungsergebnisse haben wir zuletzt im Sommer 2009 verzeichnet. Aber das anhaltende Misstrauen verwundert uns nicht sonderlich: Auch in dieser Woche hat der DAX den meisten Bären keine Möglichkeit gegeben, ihre schiefliegenden Positionen, die sie während der jüngsten Rally eröffnet hatten, wieder glattzustellen; nur 4 Prozent der Akteure ist der glimpfliche Ausstieg augenscheinlich gelungen, als der DAX zu Wochenschluss kurzzeitig unter das 6.900er Niveau abtauchte. Den "gefesselten" Skeptikern bleibt kaum etwas anderes übrig als abzuwarten, auf eine Korrektur bis etwa zur 6.700er Marke. Die Short-Squeeze-Gefahr ist damit natürlich noch lange nicht gebannt: Überspringt der DAX das jüngste Hoch oder gar sein Jahreshoch bei 7.194 Zählern, dürften die heimischen Akteure zum Kauf gezwungen werden. Doch dazu bedarf es eines neuen Impulses, der vermutlich erneut aus dem Ausland kommen wird. |
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