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DAX Sentiment-Index: DAX-Heimkehrer lassen weiter auf sich warten

DAX SENTIMENT INDEX

DAX-Heimkehrer lassen weiter auf sich warten

Das Sommerloch hat Spuren hinterlassen: Börsenmakler klagen über dürftige Geschäfte, Fonds über bescheidene Mittelzuflüsse und Börsen über Umsatzeinbrüche. Mit Mühe versucht die Branche derzeit, abtrünnige Aktieninvestoren zurück ins Boot zu holen. Zur Not, indem man an den zweiten Teil der berüchtigten Sell-in-May-Regel erinnert. Sie wissen schon: ...and remember, come back in September. An der Entwicklung deutscher Aktien kann die Zurückhaltung der Anleger eigentlich nicht liegen. Denn der DAX-Index kletterte vor Kurzem fast bis auf sein Jahreshoch zurück. Es sind vielmehr die Medien, die derzeit bremsend auf Aktieninvestoren wirken. Folgt man der jüngsten Berichterstattung, überwiegen pessimistische Stimmen. Von großer Unsicherheit bis hin zu Crash-Prognosen finden Pessimisten alles, was sie brauchen. So sanft die Investoren sich auch über den August-Ultimo treiben ließen, für September wird eine wesentlich rauere See erwartet. Dies hängt vor allem mit den bevorstehenden Terminen zusammen: Da wäre die morgen anstehende EZB-Sitzung, die US-Arbeitsmarktdaten am Freitag und natürlich der 12. September. Letzteres Datum wurde in den vergangenen Tagen zwar verstärkt mit der Präsentation des neuesten Modells eines Kult-Smartphones in Verbindung gebracht. Gemeint ist aber das ESM-Urteil des Bundesverfassungsgerichts sowie der Start der zweitägigen Sitzung des US-Offenmarktausschusses. Wegen der vielen, für Finanzmarktteilnehmer wichtigen Termine beschreiben Marktkommentatoren die bevorstehenden Wochen als "entscheidend für die Euro- und Finanzkrise". Dabei sind es nur zwei weitere von gefühlten 100 Wochen, die angeblich eine bahnbrechende Entscheidung herbeiführen werden.

Aber nicht nur die zuvor erwähnten "Event-Risks", auch der häufig erwähnte September-Effekt übte wahrscheinlich Einfluss auf die Investoren aus. Denn der September ist als schwacher Börsenmonat verrufen. Tatsächlich ereigneten sich drei der zehn größten Kursverluste im DAX in ebendiesem Monat. Allerdings sieht der Rest der Statistik gar nicht so furchterregend aus. Seit dem Jahr 2000 gab es sechsmal einen positiven und sechsmal einen negativen Monatsabschluss. Allerdings wurde in diesem Zeitraum gleich dreimal im September ein Jahrestief markiert. Vielleicht zeigen sich deswegen so wenige Händler zuversichtlich für den DAX. Würde Letzterer in der Nähe seines Tiefs notieren, würde man wohl weit zuversichtlicher sein und auf einen nahenden Boden spekulieren. Genau diese Konstellation war im vergangenen Jahr zu sehen, als der Optimismus hochschnellte, während das Börsenbarometer sein Jahrestief ausbildete. Momentan befindet sich der DAX aber gerade auf der anderen Seite seiner Jahreshandelsspanne. Daher überwiegt die Furcht vor einer großen Korrektur. Daran hat sich auch diese Woche kaum etwas geändert.

Die von der Börse Frankfurt befragten institutionellen Investoren zeigen sich nicht gewillt, von ihrer bearishen Haltung Abstand zu nehmen. Zwar sind 3 Prozent „Neutrale“ ins Bullenlager gewechselt. Vermutlich wollten hier aber nur eine Handvoll Händler eine kurze Trading-Gelegenheit innerhalb der jüngsten Konsolidierung wahrnehmen. Von dauerhafter Zuversicht kann jedenfalls keine Rede sein. Von Einsicht ebenfalls nicht, da die Bären wacker ihre Position verteidigen und weiter auf Negativeffekte von den zuvor erwähnten Fundamentaldaten und Ereignissen hoffen. Wir vermuten aber, dass weder von der EZB noch von der Fed Überraschungen zu erwarten sind. Das einzige, was wirklich richtungsweisend sein könnte, wäre das BGH-Urteil. Spricht sich Mario Draghi aber zuvor für unlimitierte Anleihekäufe aus, wird der ESM ohnehin in den Hintergrund rücken. Damit hätte sich die Ausgangssituation der DAX-Skeptiker gegenüber den vergangenen Wochen sogar noch verschlechtert. Ihnen droht also weiter die Gefahr einer Short-Squeeze - und das ausgerechnet im so gefürchteten Börsenmonat.

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