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DAX Sentiment-Index: Geschichte einer äußerst kurzen Euphorie

DAX SENTIMENT INDEX

Geschichte einer äußerst kurzen Euphorie

Lehrbuchartige Stimmungsentwicklung
Dies wird auch durch die Entwicklung unseres Bull/-Bear-Index bestätigt, der sich vordergründig zwar nur leicht zurückgebildet hat, weil nicht nur Optimisten gleich zu Beginn der Woche in der Nähe der von uns avisierten 6.300er Linie dem DAX fast schon lehrbuchartig den Rücken gekehrt hatten. Sondern weil zuvor auch eine kleine Gruppe ehemaliger Pessimisten ihre verbliebenen Gewinne eingestrichen hatte. Und so wunderte es auch nicht, wenn nach dem deutlich gesunken Optimismus die Nachrichtenwelt alsbald wieder einen negativen Unterton bekommen sollte, als ob man die jüngsten Aktienverkäufe rechtfertigen wollte. Damit wird das Nachrichtenbild wieder von Wachstumsängsten, massiver Arbeitslosigkeit in den bedrohten Ländern der Eurozone und Bailout-Befürchtungen dominiert.

Eingetrübtes Wachstumsbild
Bereits gestern waren die Renditen spanischer und italienischer Staatsanleihen wieder auf ein neues Hoch gezogen. Womöglich fürchten die Investoren, dass den Banken Spaniens via ESM-Rettungsschirm geholfen würde, wie es gestern das Kabinett Merkel ins Spiel brachte. Denn die ESM-Forderungen hätten im Falle einer Insolvenz Vorrang vor Staatsanleihen. Und so befindet sich die Eurozone nach Meinung vieler Beobachter wieder einmal in einem typischen Teufelskreis, da sich durch die steigenden Zinsen die Wahrscheinlichkeit weiterer Rettungsersuchen erhöht. Womit sich die Exportchancen Deutschlands innerhalb der Eurozone bei einem sich weiter abschwächenden Wachstum reduzieren dürften - die Entwicklung des deutschen Konsumentenpreisindex, der heute unter das 2-Prozent-Ziel fiel, ist ebenfalls nicht als Wachstumssignal zu interpretieren.

Per Saldo zeigt die jüngste Stimmungserhebung, dass jedoch längst nicht alle Optimisten ihre Engagements auflösen konnten. Zumal diese Gruppe immer noch mehr als die Hälfte des gesamten Panels ausmacht. Insofern bleibt ein Teil der Bias aus der Vorwoche erhalten, so dass der DAX im Falle weiterer Kursanstiege, die vor allen Dingen aus dem Ausland befeuert werden müssten, auch jenseits von 6.300 Zählern immer noch Sand im Getriebe hätte.

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