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DAX SENTIMENT INDEX Heimische Anleger trauen der Ruhe nicht Die neuen Maßnahmen der EZB zeigen Wirkung, obwohl bislang noch kein einziger weiterer Zentralbank-Euro eingesetzt wurde. Aber allein Notenbankchef Mario Draghis Ankündigung vom 2. August, in ausreichendem Maß europäische Staatsanleihen kaufen zu wollen, hat offenbar zu einem Umdenken bei etlichen, hauptsächlich ausländischen, Marktteilnehmern geführt: Hedgefonds etwa trauen sich nicht länger, massiv gegen die Zentralbank und ihre Unterstützung zu wetten - sie haben ihre Short-Positionierungen auf europäische Aktien deutlich reduziert. Und die internationalen Fondsmanager schöpften wieder Hoffnung, dass die Weltwirtschaft in den kommenden 12 Monaten wieder auf die Füße kommt. Es ist sogar die deutlichste Stimmungsaufhellung seit 2009, denn die Vermögensverwalter hatten bei der vergangenen Umfrage von Bank of America/Merrill Lynch vor einem Monat noch mehrheitlich eine Schrumpfung befürchtet. Gleichzeitig wollen die Fondsmanager ihre Untergewichtung europäischer Aktien reduzieren. Erstmals seit zwei Jahren sind sie nun für europäische Titel weniger pessimistisch eingestellt als für amerikanische. Unter den heimischen mittelfristig orientierten Anlegern sind vorerst jedoch die wenigsten zum Umdenken bereit. Unser Bull/Bear-Index verbleibt die vierte Woche in Folge im pessimistischen Terrain, weil nur drei Prozent der von der Börse Frankfurt befragten Akteure sich ermutigen ließen, ins Bullenlager abzuwandern. Kein Wunder: Die Skeptiker haben bislang kaum eine andere Wahl, als Skeptiker zu bleiben, da ihre Positionen schon seit Wochen unter Wasser liegen dürften - im Gegensatz zu ihren ausländischen Kollegen, die die seit Ende Juli währende DAX-Rally mit ihren Käufen selbst ausgelöst haben dürften. Gleichzeitig war der DAX in den letzten Tagen aber so träge, dass er sie auch nicht zur Positionsglattstellung gezwungen bzw. ihnen keine Gelegenheit zum glimpflichen Ausstieg geliefert hat. Augenscheinlich werden die Ereignisse in Europa im Ausland völlig anders wahrgenommen als in Euroland selbst. Allerdings muss der Vertrauensvorschuss des Auslands über kurz oder lang belohnt werden. Anders ausgedrückt: Die EZB wird wohl kaum um deutliche Anleihekäufe herumkommen. Denn auch wenn sich an den Finanzmärkten zunächst etwas Entspannung breitgemacht hat, ist die Krise natürlich längst noch nicht gelöst. Griechenland will beispielsweise seine europäischen Partner um Aufschub seiner Sparziele bitten; wegen der tiefen griechischen Rezession soll das vereinbarte Sparprogramm um zwei Jahre bis 2016 verlängert werden. Und auch wenn internationale Fondsmanager auf Wirtschaftswachstum dank Zentralbankunterstützung bauen, bei den Unternehmen ist diese Hoffnung noch nicht angekommen: Das Wirtschaftsklima in Euroland ist denkbar schlecht. Bislang wuchs Deutschland im zweiten Quartal noch um 0,3 Prozent und die DAX-Konzerne konnten ihre Erlöse um weitere 9 Prozent steigern, so eine Analyse der Beratungsgesellschaft Ernst & Young. Doch auch die deutsche Unternehmerstimmung, die bis vor kurzem noch hartnäckig zuversichtlich war, trübt sich nun immer deutlicher ein. Die heimischen Börsianer würde es freuen, wenn das Interesse (und damit das Vertrauen) aus dem Ausland wieder etwas nachlassen würde. Erst wenn sich für die zahlreichen hiesigen Bären eine Möglichkeit zum Kauf bietet . und dafür bedarf es eines deutlichen Rückschlags - wird wohl auch von diesen Akteuren immer öfter zu hören sein, welch großes Aufholpotenzial europäische Aktien etwa gegenüber amerikanischen Dividendentiteln haben könnten. Bisher ist es aber noch nicht so weit: Die Schieflagen bleiben erhalten und damit auch das Aufwärtspotenzial für den DAX. |
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