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DAX Sentiment-Index: Misstrauen sitzt rekordtief

DAX SENTIMENT INDEX

Misstrauen sitzt rekordtief

Die USA sind jetzt das Sorgenkind Nr. 1. Laut der jüngsten Umfrage von Merrill Lynch/Bank of America sehen internationale Fondsmanager erstmals seit April 2011 nicht mehr die größte Gefahr in der europäischen Schuldenkrise. Stattdessen fürchten 35 Prozent der globalen Vermögensverwalter vor allen anderen Problemen die amerikanische Fiskalklippe, also das baldige Auslaufen von Steuererleichterungen bei gleichzeitigen staatlichen Ausgabenkürzungen. Die Ankündigung der EZB, den Euro mittels unlimitierter Staatsanleihekäufe erhalten zu wollen, hat offenbar Früchte getragen: Das Ausland bringt der Eurozone immer mehr Vertrauen entgegen, was sich erstmals seit Februar vergangenen Jahres wieder in einer Übergewichtung europäischer Dividendentitel niederschlägt - wenn auch nur in einer sehr knappen. Gleichzeitig glaubt die Hälfte aller befragten Fondsmanager, dass sich die Konjunktur in Europa in den kommenden 12 Monaten verbessern wird. Tatsächlich zeigen sich mancherorts leichte Erholungstendenzen. Erstmals in zwei Jahren konnte etwa Griechenland eine positive Leistungsbilanz vorweisen. Zugegeben, der Optimismus für Europa ist auch aus der Not geboren: Amerikanische Aktien sind nicht mehr weit von ihren Allzeithochs entfernt und erscheinen gegenüber den europäischen Titeln ziemlich teuer.

Ausländisches Vertrauen - Heimisches Misstrauen
Schon seit Wochen bringt das Ausland den hiesigen Aktienmärkten mehr Vertrauen entgegen als die heimischen Börsianer selbst. Ausländische Investoren hatten seit der überraschenden "Wir-werden-den-Euro-retten-Rede" von EZB-Chef Mario Draghi Ende Juli sowohl die europäischen Aktienmärkte als auch den Euro unterstützt. Die von der Börse Frankfurt wöchentlich befragten deutschen institutionellen Anleger hingegen haben dem DAX seither nicht mehr über den Weg getraut und deutsche Aktien vehement in ihren Portfolios untergewichtet. Eine solch lange Serie pessimistischer Meinungsäußerungen gab es noch nie in der Historie unserer Umfrage. Unterstützt werden die Bären derweil von Heerscharen skeptischer Marktkommentatoren, die davor warnen, der Markt sei "heißgelaufen" und "korrekturanfällig". Doch trotz aller Skepsis stieg der deutsche Leitindex in den letzten acht Wochen um rund 1.000 Punkte, was die Bären zunehmend unter Druck setzte. Zumindest in den letzten Handelstagen hat der DAX den Marktteilnehmern aber nicht mehr so arg zugesetzt - die Rally ist ins Stocken geraten.

Notenbanken agieren nicht gemeinsam aber gleichzeitig
Seit vier Wochen reduziert sich der Anteil der Bären und damit auch der bearishen Schieflagen, aber nur sehr langsam. Heute wandert gerade einmal 1 Prozent in das Lager der Neutralen ab, so dass weiterhin deutliche Schieflagen erhalten bleiben, die angesichts des näher rückenden Quartalsendes immer schwerer wiegen. Die Bären glauben zwar - mit Recht - noch nicht daran, dass die aktuellen Krisen so bald gelöst sein werden. Auch wenn die großen Notenbanken (EZB, Fed und Bank of Japan) nun gleichzeitig und ziemlich aggressiv Anleihen kaufen wollen. Doch zum Quartalsende wird vielen Skeptikern wohl kaum etwas anderes übrig bleiben, als ihr Depot mit einigen bullishen Positionen aufzuhübschen. Ihre Käufe dürften nicht mehr lange auf sich warten lassen und dem DAX weitere Unterstützung verleihen.

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