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DAX SENTIMENT INDEX Neues Quartal - alte Ängste Keine Angst vorm IWF! Dabei sind die Warnungen des Internationalen Währungsfonds in aller Munde: Das Weltwirtschaftswachstum werde sich weiter eintrüben und Europa drohe eine Abwärtsspirale, sollte die EU nicht schleunigst einen Fahrplan für eine Bankenunion vorlegen. Für den alten Kontinent zeichnete der Fonds Horrorszenarien von einem austrocknenden Kreditmarkt, Kapitalflucht und einer noch größeren Wirtschaftskrise. Tatsächlich reagierten die Börsen darauf mit Verlusten, doch wer die Schwarzmalereien des IWF zum Verkauf europäischer Aktien genutzt hat, vergisst, dass die druckfrischen Reports nicht das aktuelle Bild widerspiegeln, sondern in erster Linie die Situation vor einigen Wochen. Derlei Ängste sollten längst verarbeitet und in den Kursen enthalten sein. Dass die EZB inzwischen etwa ein Instrument hat, mit dem sie unlimitiert Staatsanleihen kaufen kann (OMT), ist dagegen in den Berechnungen der IWF-Ökonomen noch gar nicht ausreichend berücksichtigt. Die düsteren Prognosen machen deutlich: Alle Welt kämpft mit kränkelndem Wachstum und weiteres Ungemach steht bevor. Auch die USA werden sich wohl vor der weltweiten Wachstumsflaute nicht retten können, so dass der jüngst so erfreuliche Rückgang der Arbeitslosenquote vermutlich nicht mehr als ein positiver Ausreißer bleiben wird. Der Auftakt zur Berichtssaison - am Dienstag startete Aluminiumriese Alcoa mit einem dreistelligen Millionenverlust - unterstreicht die schwierige Lage der US-Unternehmen. Erstmals seit vier Jahren rechnen Analysten nicht mehr mit Quartalszuwächsen der großen amerikanischen Konzerne, sondern im Durchschnitt mit einem Rückgang des Ergebnisses um 3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Befragten unseres Sentiment-Panels nutzten augenscheinlich die trüben Vorhersagen, um heimische Aktien zu verkaufen. 5 Prozent der mittelfristig orientierten Investoren kehrten dem Bullencamp nach nur wenigen Tagen wieder den Rücken. Und nachdem in der letzten Woche noch ein echter Exodus der Bären stattgefunden hatte, erhält das Pessimistenlager heute einen neuen Zulauf in Höhe von 11 Prozent. Damit rutscht der Bull/Bear-Index, der die Gesamtstimmung misst, erneut in pessimistisches Terrain ab. Die Ängste um die Weltwirtschaft sind aber eigentlich noch kein Verkaufsgrund. Schließlich wissen die Anleger längst, dass die Notenbanken Gewehr bei Fuß stehen. Doch mancherorts werden Zweifel laut: Der EZB bleiben die Hände gebunden mit ihrem OMT-Programm, solange sich Wackelkandidat Spanien und andere angeschlagene Länder zieren, einen Hilfsantrag beim europäischen Rettungsmechanismus ESM zu stellen, der seit dieser Woche einsatzbereit ist. Und in den USA fürchtet mancher, dass mit einem Sieg Mitt Romneys bei den Präsidentschaftswahlen Zentralbankchef Ben Bernanke im Jahr 2014 seinen Platz räumen müssen wird. Auch in Großbritannien ist der Notenbankchef Mervyn King auf dem Weg aus dem Amt. Aber nur, weil die Väter der jüngsten Runden quantitativer Lockerungen womöglich bald nicht mehr da sind, wird nicht plötzlich der Geldhahn zugedreht. Ihren Nachfolgern wird kaum etwas anderes übrig bleiben, als auch in punkto QE in ihre Fußstapfen zu treten. Dem DAX kann die Schwarzmalerei vorerst ohnehin nicht viel anhaben: Er fiel lediglich bis zu seinem vor knapp zwei Wochen notierten Korrekturtief zurück. Noch in der Vorwoche hatten einige Marktteilnehmer ihr Depot zum Quartalsende notgedrungen mit heimischen Aktien aufgehübscht, doch zu Beginn des neuen Quartals sind auch die alten Denkmuster, Ängste und Vorlieben wieder zurück: Man traut dem DAX einfach nichts zu - und tut ihm damit unrecht. |
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