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DAX Sentiment-Index: Optionsverfall bewirkt tiefen Optimismus

DAX SENTIMENT INDEX

Optionsverfall bewirkt tiefen Optimismus

Seitdem die bedeutenden Notenbanken der Welt einen rigorosen Kampf gegen die Finanzkrise ankündigten und mehr oder weniger starkes Einschreiten versprachen, ist nicht nur spürbar mehr Ruhe in den Märkten eingekehrt. Internationale Investoren haben sich auch wieder vermehrt europäischen Dividendentiteln gewidmet. Eigentlich, so könnte man meinen, sollte sich dies auch positiv auf die Bürger hierzulande auswirken. Sowohl was den Mut zur Investition in den Aktienmarkt als auch was die Zuversicht in die wirtschaftliche Entwicklung angeht. Beides scheint auf Deutschland nicht zuzutreffen. Für den DAX können sich - trotz der kräftigen Kursgewinne, die seit einem Jahr geliefert wurden - kaum Privatanleger begeistern. Und der Anteil der Bundesbürger, die sich bezüglich der konjunkturellen Perspektiven zuversichtlich zeigen, liegt laut einer Studie der Allianz bei mageren 29 Prozent und damit deutlich unter Vorjahresniveau.

Skepsis fast auf 2010er Rekordniveau
Ein Blick auf das Verhalten der institutionellen Investoren offenbart ähnliche Missgunst für den Aktienmarkt. Zwar dominiert eine skeptische Sichtweise der von der Börse Frankfurt befragten Händler schon den ganzen Sommer. Aber ein so trübes Bild haben die Marktteilnehmer schon lange nicht mehr gemalt. Düsterer waren die Aussichten bislang nur kurz nach dem Ausbruch der Griechenlandkrise im April 2010, als unser Bull/Bear-Index 3,3 Prozentpunkte unter dem heutigen Wert von 35 Prozent notierte. Der Bullenanteil ist auf mickrige 24 Prozent (Rekordtief) geschrumpft. Fast alle Abwanderer hat es ins Bärenlager verschlagen, das nun mehr als doppelt so stark gefüllt ist. Wenig erfreut waren die Akteure sicherlich über die Unruhen, die aus Spanien berichtet wurden. Und auch die neuen Kapitalbedarfsmeldungen aus Athen dürften einige verstimmt haben. Der jüngste Vertrauensbesuch Mario Draghis vor dem Deutschen Bundestag, der durchweg positive Reaktionen hervorrief, spielte für die Teilnehmer unserer Befragung hingegen keine Rolle.

Neuer Pessimismus durch Verfallstermin
Entsprechend verhalten waren die Reaktionen im Handel. Letzterer lieferte in der Berichtswoche gleich zwei Höhepunkte: den dreifachen Verfallstag an den Terminbörsen und ein neues Jahreshoch beim DAX, beides am vergangenen Freitag. Daraus lässt sich folgendes Szenario ableiten: Wer in den vergangenen Wochen und Monaten seine Gewinnmöglichkeiten aus Aktienpositionen sukzessive mit dem Verkauf von Calls deckelte, dem schmeckte der heftige Anstieg des DAX natürlich nicht. Eine verhaltene oder leicht pessimistische Sichtweise war die Folge. Nun aber sind vermutlich viele dieser Kaufoptionen ausgeübt, die Stillhalter also um Aktien in ihrem Portfolio erleichtert worden. In diesem Fall handelt es sich somit nicht mehr nur um einen verkauften Call, sondern um eine echte Untergewichtung. Für diese These spricht zumindest die plötzliche krasse Verschiebung ins Bärenlager. Dass die Geschäfte am Tag des Jahreshochs (7.478) abgewickelt wurden, hat die bearishe Mehrheit angespornt und macht das Niveau zu einem Referenzpunkt des Marktes. Die Pessimisten wollen nun einen DAX-Abschwung bis mindestens 7.000 Punkte sehen. Dass sie vorher klein beigeben werden ist unwahrscheinlich - außer, der DAX macht ihnen einen Strich durch die Rechnung und sprintet über die 7.500er Marke.

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