Interkulturelles Onboarding: Zehn Tipps zur Beschäftigung ausländischer Mitarbeiter

Interkulturelles Onboarding: Zehn Tipps zur Beschäftigung ausländischer Mitarbeiter

, aktualisiert 29. August 2016, 15:38 Uhr
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Chefs sollten neuen Mitarbeitern aus dem Ausland vom ersten Tag an ein Gefühl der Zugehörigkeit geben.

von Carina KontioQuelle:Handelsblatt Online

Ausländische Fach- und Führungskräfte können Unternehmen auf vielen Feldern weit voranbringen. Doch privat und beruflich müssen dafür die Rahmenbedingungen stimmen. Die wichtigsten Punkte für Firmen im Überblick.

KölnOb kleine und mittelständische Unternehmen oder Großkonzerne: Wer in neuen Auslandsmärkten Fuß fassen will, profitiert davon, wenn er auch ausländisches Personal rekrutiert. Das Thema gewinnt auch vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und dem damit einhergehenden Mangel an Nachwuchskräften an Bedeutung. Bis 2030, so die Bundesagentur für Arbeit, wird die Zahl der Erwerbstätigen um bis zu zwei Millionen schrumpfen und der Bedarf an hochqualifizierten Fachkräften um 530.000 Personen steigen.

Die gute Nachricht: Potenzial dafür gibt es neben Frauen, älteren Arbeitnehmern und Flüchtlingen vor allem auch bei ausländischen Fach- und Führungskräften. Schließlich gilt Deutschland nach Amerika laut der Industriestaaten-Organisation OECD inzwischen als das zweitbeliebteste Einwanderungsland der Welt.

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Die Carl Duisberg Centren (CDC), ein führendes gemeinnütziges Dienstleistungsunternehmen auf dem Gebiet der internationalen Bildung und Qualifizierung, sieht den Vorteil dieser sogenannten Impatriates vor allem bei der Internationalisierung deutscher Firmen. So punkten sie mit mehr Nähe zu den Zielmärkten, wichtigen sprachlichen und interkulturellen Kompetenzen sowie neuen Ideen und anderen Perspektiven.

Doch besonders für mittelständische Unternehmen, die den Sprung aufs internationale Parkett wagen wollen, ist die Beratung und Betreuung des ausländischen Personals oft ein neues Feld, dessen Wichtigkeit manchmal unterschätzt wird. Dabei, so Katarina Lerch, interkulturelle Trainerin bei CDC, hilft nachhaltiges „Onboarding“ gerade, unnötige Verluste zu vermeiden. Lerch ist selbst ehemalige Expatriate mit langjähriger Erfahrung in der internationalen Personalentwicklung und rät, das Augenmerk auf die folgenden Bereiche zu legen:


So gelingt das Onboarding neuer Mitarbeiter

1. Kompetenzaufbau in der Personalabteilung

Die Recruiter sind die ersten Ansprechpartner für die Kandidaten. Sie benötigen Beratungskompetenz über alle Lebensbereiche. Diese umfassen Einkommensstrukturen, Schulwesen, Versicherungen und Karrierechancen, auch für den mitgereisten Partner, sowie Sprachkenntnisse und interkulturelles Knowhow.

2. Transparenz in der Stellenbeschreibung

Ein intensiver direkter Austausch über den Aufgabenbereich mit zukünftigen Vorgesetzten und Kollegen hilft, unliebsame Überraschungen zu vermeiden.

3. Look-and-See-Trip

Kompetente Ansprechpartner vermitteln während eines Besuchs sowohl dem Kandidaten als auch dessen Partner wichtige Informationen über Alltag und Beruf.

4. Partner und Familie

Wenn es Familie gibt, sollte deren Interessen in Sachen Karriere, Schule oder Kinderbetreuung genauso berücksichtigt werden wie die des Arbeitnehmers.

5. Relocation Service

Der Neuankömmling braucht in der Anfangsphase viel Hilfe. Eine gute Betreuung gerade in den ersten Tagen ermöglicht einen guten Start.

6. Paten- und Partnerschaften

Bewährt haben sich Patenprogramme für neue Kollegen. Schon vor der Einreise nehmen diese mit ihrem Paten per Mail oder Skype Kontakt auf und beraten zu Themen wie etwa Wohnen und Leben in Deutschland.

7. Interkulturelle Kompetenz

Interkulturelles Training für die Impatriates sind mittlerweile üblich. Interkulturelle Kompetenz sollte jedoch kein Spezialwissen von einigen wenigen sein, sondern zur selbstverständlichen Grundausbildung eines jeden Mitarbeiters werden.

8. Sprachliche und kommunikative Hürden

„Global English“ klappt nicht immer so gut wie erhofft - Sprachkurse für alle verbessern die Zusammenarbeit und sind der Schlüssel zur jeweils anderen Kultur.

9. Führung

Führungsstile variieren stark zwischen den Kulturen. Der Chef ist für den Mitarbeiter enorm wichtig. Ein interkulturell kompetenter Chef schafft eine Willkommenskultur im Team und hält den Kommunikationskanal offen.

10. Retention durch Karrierechancen

Nachhaltig ist die Einstellung ausländischer Fach- und Führungskräfte nur, wenn der Mitarbeiter lange genug bleibt, um die erhöhten Kosten der Einstellung oder Versetzung wieder einzuspielen. Dafür müssen privat und beruflich die Rahmenbedingungen stimmen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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