Internationaler Währungsfonds: Hohe Ungleichgewichte in Wirtschaft erhöhen Protektionismus-Risiko

Internationaler Währungsfonds: Hohe Ungleichgewichte in Wirtschaft erhöhen Protektionismus-Risiko

, aktualisiert 28. Juli 2017, 18:21 Uhr
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Der Internationale Währungsfonds warnt vor zunehmendem Protektionismus.

Quelle:Handelsblatt Online

Die weltweiten wirtschaftlichen Ungleichgewichte erhöhen laut Internationalem Währungsfonds das Risiko für protektionistische Tendenzen – das müsse vermieden werden. Besonders in der Kritik: Deutschland.

BerlinDer IWF wertet die anhaltend hohen Ungleichgewichte in der Weltwirtschaft als Stabilitätsrisiko und kritisiert dabei insbesondere Deutschland. Beim Ausmaß der Ungleichgewichte in der Welt habe sich seit 2013 kaum etwas getan, mahnte der Internationale Währungsfonds am Freitag. Auffällig sei, dass sie sich stärker auf die Industrieländer konzentrierten. Das bringe die Gefahr eines wachsenden Protektionismus mit sich. Es erhöhe zudem das Risiko abrupter politischer Korrekturen.

„Protektionistische Politikansätze sollten vermieden werden, weil sie die außenwirtschaftlichen Ungleichgewichte kaum mindern und dem heimischen und globalen Wachstum eher schaden“, so der Fonds. Er betrachtet ein Drittel aller Ungleichgewichte im Waren-, Dienstleistungs- und Kapitalverkehr zwischen den Ländern als übermäßig. Dem sollte mit wachstumsfördernden wirtschaftspolitischen Maßnahmen begegnet werden. Länder mit einem übermäßigen Plus sollten ihren finanzpolitischen Spielraum nutzen. In Staaten mit hohen Defiziten bedürfe es einer Konsolidierung sowie Reformen für mehr Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit.

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Deutschlands Überschuss im Waren-, Dienstleistungs- und Kapitalverkehr ist aus IWF-Sicht außerordentlich. Er habe 2016 mit 8,5 Prozent der Wirtschaftsleistung um drei bis sechs Punkte zu hoch gelegen. Der Fonds ist aber wenig zuversichtlich, dass dieser Wert in absehbarer Zeit kräftig sinken wird. Er rät Deutschland daher zu einer ausgabenfreudigeren Finanzpolitik. Auch eine Rentenreform mit einer Verlängerung der Lebensarbeitszeit könnte Impulse geben, das hohe Ungleichgewicht auf Dauer zu mindern.

Quelle:  Handelsblatt Online
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